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Collage: Aufgaben der Pressestelle
21.11.2019

Internationaler Tag "Nein zu Gewalt an Frauen"

Zahlreiche Aktionen in Oberhavel

Fast 139.000 Menschen haben im vergangenen Jahr in Deutschland häusliche Gewalt erlebt, mehr als 80 Prozent der Opfer waren weiblich. Die Täter sind oft Ehemänner, Freunde oder Ex-Partner. Dies geht aus einer Statistik des Bundeskriminalamts zu Gewalt in Partnerschaften hervor. Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend fand bei Untersuchungen heraus, dass jede vierte Frau in Deutschland häusliche Gewalt durch den Partner erlebt und 40 Prozent aller Frauen ab dem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren.

Bedrohung, Körperverletzung, Stalking, Vergewaltigung – Gewalt gegen Frauen spielt in Deutschland noch immer eine erschreckend große Rolle. Jedes Jahr weisen am 25. November Frauenorganisationen in der Bundesrepublik, aber auch weltweit auf die alarmierenden Zahlen hin, machen im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen auf die Problematik aufmerksam und informieren über Hilfsangebote.

Anlässlich dieses Tages finden auch im Landkreis Oberhavel verschiedene Aktionen statt: So beteiligen sich der Landkreis sowie die Städte Oranienburg, Hennigsdorf und Birkenwerder erneut an der traditionellen Fahnenhissung. Diese war 2001 von "TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V." anlässlich des Gedenktages ins Leben gerufen worden. Der Tag erinnert an die drei mutigen Schwestern Mirabel, die am 25.11.1960 wegen ihrer politischen Aktivitäten, ihres Auflehnens gegen die Militärdiktatur in der Dominikanischen Republik nach monatelanger Verfolgung und Folter ermordet wurden.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Birgit Lipsky, wird gemeinsam mit Landrat Ludger Weskamp und dem Kreistagsvorsitzenden Dr. Wolfgang Krüger am 25.11.2019 um 11.00 Uhr die offizielle Fahne des Vereins vor der Kreisverwaltung in Oranienburg hissen. Sie setzen damit ein Zeichen gegen die tägliche Gewalt an Frauen und Mädchen. Die hellblaue Fahne "Frei leben – ohne Gewalt" symbolisiert Trauer, Hoffnung und Freude und gilt als Überbringerin einer wichtigen Botschaft: Jeder Tag muss ein Tag ohne Gewalt an Frauen und Mädchen sein!

Anlässlich des internationalen Gedenktages "Nein zu Gewalt an Frauen" findet am Donnerstag, dem 28.11.2019, um 19.00 Uhr in Kooperation von Landkreis und den Städten Oranienburg und Hennigsdorf die eigens für die Bühne geschaffene und von Christa Wolf autorisierte Aufführung "Kassandra" mit der Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer in der Stadtbibliothek Oranienburg statt.

Kassandra, die behütete Königstochter, glaubt glücklich zu sein, bis allmählich feine Risse das Bild des Königshauses fragwürdig erscheinen lassen. Was geht hinter den Fassaden der Macht vor sich? Wer ist der geliebte Vater wirklich? Kassandra wird hellhörig. Sie wird zur Seherin. Sie entdeckt die heimlichen Zurüstungen für einen Krieg. Sie fragt, gerät in Opposition und Widerstand. Und sie erkennt sich selbst, erfährt ihre eigene Kraft und ihre eigene Stimme. Ein zeitlos-aktuelles Stück über die Entdeckung der eigenen Kraft, der Freiheit im Widerstand gegen Blendung und Betrug. Die Textfassung stammt von Günter Bauer.
Interessierte melden sich bitte unter Telefon 03301 601-190 oder unter Gleichstellungsbeauftragte@oberhavel.de an.

Auf möglichst breite Beteiligung hoffen die Organisatoren bei der Aktion "Wir brechen das Schweigen", bei der sich Frauen und Männer mit dem Aktionsplakat fotografieren lassen können und dieses Foto dann mit dem Hashtag #schweigenbrechen in den sozialen Netzwerken teilen sollen. Zudem wird der neue Kampagnen-Spot mit Schauspielerin Alina Levshin in den Bussen der Oberhavel Verkehrsgesellschaft ausgestrahlt – eine Premiere.

Darüber hinaus macht der Landkreis mit Plakaten, Postkarten und Aktionsbuttons auf das Angebot des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam. Es bietet Betroffenen rund um die Uhr kostenfrei, anonym, mehrsprachig und barrierefrei unter der Nummer 08000 116 016 erstmals die Möglichkeit, sich vertraulich beraten zu lassen.

Mit der neuen Notfallkarte möchte der Landkreis Oberhavel ebenfalls dazu beitragen, dass Betroffenen in verschiedenen Lebenslagen schnell die richtige Hilfe zuteilwird. Die Notfallkarte ist in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie beim Landkreis Oberhavel erhältlich. 

Notfallkarte des Landkreises Oberhavel

© Landkreis Oberhavel
Constanze Gatzke ist die Pressesprecherin des Landkreises Oberhavel.

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Constanze Gatzke
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