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Coronavirus: Aktuelle Lage in Oberhavel

Land nimmt Öffnungsschritte ab Montag zurück / Aktuelle Fallzahlen / Inzidenzwert liegt bei 143,3

Coronavirus-Test: Die entnommene Probe wird in ein Teströhrchen platziert.

© Landkreis Oberhavel

Für alle Landkreise und kreisfreien Städte im Land Brandenburg gilt ab Montag, 22.03.2021, eine verschärfte Festlegung zur Eindämmung der Coronapandemie: Sobald der 7-Tage-Inzidenzwert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, müssen regional Einschränkungen für mindestens 14 Tage vorgenommen werden. Dies hat das Kabinett der Landesregierung am Donnerstag, 18.03.2021, vereinbart. Den Beschluss der aktualisierten Eindämmungsverordnung kündigt die Landesregierung für den heutigen Freitag, 19.03.2021, an. Sie soll ab Montag, 22.03.2021, 00.00 Uhr, bis 11.04.2021, 24.00 Uhr, gelten. Damit wird der dritte Öffnungsschritt gemäß Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 03.03.2021 zurückgenommen.

Im Landkreis Oberhavel liegt der 7-Tage-Inzidenzwert seit dem 12.03.2021 konstant über der Marke von 100. Daher gelten die Einschränkungen – vorbehaltlich der konkreten Eindämmungsverordnung, die der Corona-Verwaltungsstab für das Wochenende erwartet – voraussichtlich auch in unserem Landkreis. Wann genau sie in Kraft treten, hängt vom Beschluss der Eindämmungsverordnung und seiner konkreten Formulierung ab.

Folgende Änderungen werden ab dem Beginn der kommenden Woche voraussichtlich gelten:

  • Die Zwei-Haushalte-Regelung wird wieder umgestellt auf: ein Haushalt und eine haushaltsfremde Person. Kinder bis 14 Jahren sind ausgenommen.
  • Der Einzelhandel wird geschlossen. Erlaubt bleiben Abholmöglichkeiten. Nicht geschlossen wird der Einzelhandel des täglichen Bedarfs.
  • Der Individualsport auf allen Sportanlagen unter freiem Himmel wird auf maximal zwei Personen beziehungsweise die Personen des eigenen Haushalts beschränkt.
  • Kindersport in Gruppen wird vollständig untersagt.
  • Gedenkstätten, Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Planetarien, Archive und öffentliche Bibliotheken werden für den Publikumsverkehr geschlossen.

Die Regeln gelten, sobald der Landkreis Oberhavel das Überschreiten der 100er-Marke öffentlich bekannt gegeben hat. Dies ist nur mit Bezug auf die neue Eindämmungsverordnung und damit erst nach deren Inkrafttreten möglich.

Nicht betroffen von der Rücknahme des dritten Öffnungsschritts sind unter anderem Baumschulen, Gartenfachmärkte, Gärtnereien, Floristikgeschäfte und Baumärkte sowie körpernahe Dienstleistungen.

Auch der Wechselbetrieb an den Schulen wird – gekoppelt an regelmäßige Testungen – laut Landesregierung bis zu den Osterferien weitergeführt.

Lage in Oberhavel

Die Infektionslage in Oberhavel bleibt weiter auf das gesamte Kreisgebiet verteilt. Neben einem bestehenden Infektionscluster in Fürstenberg/Havel, das sich aufgrund zahlreicher nachgewiesener, besonders ansteckender Virusmutationsfälle weiter ausbreitet, ist momentan die mangelnde Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ein Grund für die Ausbreitung des Virus. Darunter sind auch Infektionsfälle in Betrieben zu verzeichnen.

„Die Situation in Fürstenberg/Havel ist besorgniserregend und von uns allen sehr ernst zu nehmen. Um der Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen gerecht zu werden, bitte ich Sie, diszipliniert alle nicht zwingend notwendigen Kontakte zu vermeiden und sich an die AHA-L Regeln zu halten. Nur so wird uns der Weg hin zur Normalität gelingen“, betont Bürgermeister Robert Philipp.

Die nachgewiesenen Virusmutationsfälle haben deutlich zugenommen. Lagen diese vor einer Woche noch bei knapp über 100, sind aktuell 246 Mutationsfälle zu verzeichnen, davon allein 49 mit der Variante B.1.1.7. in Fürstenberg/Havel. Das Staatliche Schulamt und die Stadt haben darauf bereits vor einigen Tagen schnell reagiert und die Grundschulen bis Ostern in den Distanzunterricht geschickt. Mehrere Kitas sind aufgrund angeordneter Quarantäne derzeit nicht im Betrieb, die Kita „Spatzennest“ in freier Trägerschaft kann am Montag, 22.03.2021 wieder starten.

„Zur Ausbreitung der Infektionsfälle kommt hinzu, dass wir in Oberhavel bei der Umsetzung der Teststrategie bereits vergleichsweise gut vorangeschritten sind. An zahlreichen Standorten im gesamten Kreisgebiet werden Testungen vorgenommen. Die Menschen in Oberhavel nehmen diese Angebote gerne an“, sagt Landrat Ludger Weskamp. „Die dabei entdeckten Positivfälle wirken sich allerdings auf unsere Inzidenzzahl aus. Ausschlaggebend ist deshalb, dass neben dem Testen das Impfen endlich vorankommt: Hier ist der Fortschritt einfach zu langsam!“

Angesichts der Lage appelliert auch der Landrat nochmals eindringlich, die geltenden Regeln der Eindämmungsverordnung einzuhalten. Die Städte und Gemeinden hat der Landkreis im Rahmen der bestehenden Amtshilfeersuchen gebeten, die Kontrollen zur Einhaltung der Regeln zu intensivieren. 

Aktuelle Fallzahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für den Landkreis Oberhavel liegt mit Datum von Freitag, 19.03.2021, bei 143,3. Bisher sind im Landkreis insgesamt 6.299 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden. Seit Donnerstag, 18.03.2021, wurden 93 Neuinfektionen registriert. 225 Personen sind an oder infolge einer Coronainfektion verstorben. (Quelle: Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg, 19.03.2021, 00.00 Uhr).

Weitere Neuinfektionen wurden in Gemeinschaftseinrichtungen registriert: Im Fall der bereits bekannt gegebenen Kita Kleine Strolche hat sich die Zahl der positiv auf SARS CoV2 getesteten Personen noch einmal um vier erhöht: Insgesamt sind 18 Mitarbeitende und zwölf Kinder von einer Infektion betroffen, in den meisten Fällen wurde dabei die Virusmutation B.1.1.7. nachgewiesen.

Die Gesamtzahl der COVID19-Fälle seit Beginn der Pandemie verteilt sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis: Birkenwerder: 217 (+1), Fürstenberg/Havel: 208 (+24), Glienicke/Nordbahn: 315 (+0), Gransee: 245 (+3), Großwoltersdorf: 32 (+0), Hennigsdorf: 844 (+1), Hohen Neuendorf: 767(+11), Kremmen: 180 (+3), Leegebruch: 211 (+1), Liebenwalde:  95 (+7), Löwenberger Land: 235 (+2), Mühlenbecker Land: 420 (+2), Oberkrämer: 356 (+7), Oranienburg: 1.272 (+20), Schönermark: 16 (+1), Sonnenberg: 23 (+0), Stechlin: 46 (+1), Velten: 368 (+1), Zehdenick: 460 (+6), ohne Angabe des Wohnortes: 1.

Hinweise zu den Fallzahlen:

Der Landkreis Oberhavel leitet täglich die Daten der laborbestätigten COVID-19-Fälle an das Land Brandenburg weiter. Diese Daten gehen nach einer Plausibilitätsprüfung in die tägliche Meldung der Fallzahlen des Landes Brandenburg ein. Durch das Land Brandenburg werden die Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) weitergeleitet.

Die Angabe der Infektionsfälle in den Kommunen erfolgt auf Basis der Fachanwendung OctoWare. Eine gemeindescharfe Zuordnung der aktiven Infektionsfälle ist auf Grundlage der Fachanwendung nicht gegeben. Die Angabe in Klammern bezieht sich auf die Anzahl der Neuinfektionen im Vergleich zur letzten Veröffentlichung der Fallzahlen durch den Landkreis Oberhavel. Die Angabe der Fälle ohne Angabe des Wohnortes basiert auf Meldungen von Ärzten, Kliniken oder Laboren ohne Angabe der Postleitzahl. Eine Recherche des Wohnortes erfolgt im Verlauf der Bearbeitung des Positivfalls und wird im Zuge dessen nachgetragen. Insofern werden den Kommunen ggf. Fälle nachträglich zugeordnet, die nicht als Neuinfektion in die Gesamtzahl der Infektionen einfließen. In Einzelfällen sind zudem Korrekturen aufgrund ungenauer Zuordnungen erforderlich.

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten COVID-19-Fälle pro 100.000 Einwohner.

Eine Angabe der Zahl genesener Personen ist auf Grundlage der Fachanwendung nicht möglich. Für die Gesundung eines Infizierten gibt es in Deutschland keine gesetzliche Meldepflicht. Im Allgemeinen werden die aus dem ambulanten Bereich gemeldeten Infizierten nach 14 Tagen, gemäß RKI-Standard, als genesen betrachtet.