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Aktuelle Meldungen der Bildungskoordinatoren

Das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Kommunale Bildungskoordination für Neuzugewanderte" informiert über sprachliche sowie non-formale Bildungsangebote für Neuzuwanderte im Landkreis Oberhavel und vernetzt haupt- und ehrenamtliche Bildungsakteure. Gemeinsam mit verschiedenen Fachdienstbereichen der Landkreisverwaltung, Bildungsträgern und gesellschaftlichen Akteuren arbeitet die Bildungskoordination daran, Kursangebote und Projekte sich verändernden Bedarfen anzupassen und aufkommenden Herausforderungen mit neuen Ideen zu begegnen.

Auf dieser Seite finden Sie regelmäßig aktuelle Meldungen der Bildungskoordinatoren des Landkreises Oberhavel.

"Von den auszubildenden Geflüchteten geht eine besonders hohe Motivation aus"

Am 15.07.2019 wurde das Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung im Bundesgesetzblatt verkündet. Das Gesetz ist Teil des umfassenden Migrationspaktes und tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Bildungskoordination sprach mit Constantin Bräunig vom "Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge" über das neue Gesetz.

Constantin Bräunig, Projektreferent des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge

© Viktor Strasse/ Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Herr Bräunig, die Regelungen zur Ausbildungsduldung haben ja bereits bestanden. Was ändert sich mit dem neuen Gesetz und warum wurde die Überarbeitung erforderlich?

Die Regelungen zur Ausbildungsduldung werden in einen eigenen Paragrafen überführt. Die Anpassungen sind eine Reaktion auf die Erfahrungen, die seit der Einführung vor ca. drei Jahren mit der Ausbildungsduldung gemacht wurden. Insbesondere die unterschiedlichen Auslegungen von Bundesland zu Bundesland und von Ausländerbehörde zu Ausländerbehörde wurden immer wieder beanstandet. Dies ist bspw. mit einer Konkretisierung des Begriffs „aufenthaltsbeende Maßnahmen“ versucht worden. Es gibt einige Erleichterungen, aber auch Verschärfungen der bisherigen Regeln:       

  • Die Ausbildungsduldung wird auch auf sogenannte Helfer- und Assistenzberufsausbildungen ausgeweitet, sofern die sich anschließende qualifizierte Berufsausbildung angeschlossen und zugesagt wird.
  • Es wird eine dreimonatige Vorduldungsfrist eingeführt. Dies bedeutet, dass eine Ausbildungsduldung frühestens beantragt werden kann, wenn der oder die angehende Auszubildende mindestens drei Monate im Besitz einer regulären Duldung nach AufenthaltG §60a gewesen ist. Dies gilt nicht, wenn die Ausbildung schon während des laufenden Asylverfahrens begonnen wurde.
  • Die Ausbildungsduldung kann nun (bundeseinheitlich) frühestens sechs Monate vor Ausbildungsbeginn erteilt und maximal sieben Monate vor Ausbildungsbeginn beantragt werden.
  • Wird die Ausbildung abgebrochen, muss die Bildungseinrichtung (bei einer dualen Ausbildung der Ausbildungsbetrieb) nun innerhalb von zwei Wochen (früher eine Woche) der Ausländerbehörde den Abbruch der Ausbildung melden.
  • Die Versagensgründe wurden konkreter ausdefiniert. So kann beispielsweise das erste Beratungsgespräch zur freiwilligen Rückkehr nach der Ablehnung des Asylantrags oder die Aufforderung zur Passbeschaffung nicht mehr als aufenthaltsbeende Maßnahme gewertet werden. Die genauen Details finden Sie in unserem Infopapier.

Eine Ausbildung schafft für junge Neuzugewanderte Lebensperspektiven und hilft bei der Integration. Inwieweit können Unternehmen von den neuzugewanderten Auszubildenden profitieren?

Viele unserer Mitgliedsunternehmen berichten uns, dass sie durch die Ausbildung von Geflüchteten nicht nur ihrer sozialen Verantwortung für ihre Region nachkommen, sondern auch Ausbildungsplätze besetzen konnten, die in den letzten Jahren aufgrund von Bewerbermangel immer öfter leer geblieben waren. So haben sich Betriebe gerade in Regionen mit geringer Arbeitslosenquote und/oder hohem Fachkräftemangel besonders eingesetzt und hier viele positive Erfahrungen gemacht. Dazu zählt auch, dass oftmals eine besonders hohe Motivation von den Geflüchteten ausgeht, die sich auch auf den Rest der Belegschaft überträgt. Dazu bringen Menschen aus anderen Kulturkreisen oftmals auch eine neue Sichtweise mit, die einen Dinge anders einschätzen lässt oder auch dabei hilft, einen neuen Kundenstamm für sich gewinnen zu können.

Welche Förderprogramme bzw. -Maßnahmen zur beruflichen Orientierung unterstützen zurzeit die jungen Neuzugewanderten beim Ausbildungseinstieg?

Geflüchteten in Ausbildung stehen – abhängig vom Aufenthaltsstatus – alle Fördermittel zur Verfügung, die auch deutschen Azubis unter die Arme greifen, wenn sie Probleme in der Ausbildung haben. Zur Orientierung vor der Ausbildung hat sich besonders die Einstiegsqualifizierung bewährt, ein einjähriges, gefördertes Praktikum, in dem bereits auch die Berufsschule besucht werden kann. Während der Ausbildung können die ausbildungsbegleitenden Hilfen, die assistierte Ausbildung und auch die Berufssprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus gibt es das Projekt „VerA“ – Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen des Senior Expert Services, bei dem Senioren im Rahmen von Tandems die jungen Menschen begleiten und bei Schwierigkeiten während der Ausbildung unterstützen.

Wichtig ist, dass diese Fördermöglichkeiten – falls nötig – möglichst frühzeitig in Anspruch genommen werden und nicht erst kurz vor der Prüfung, dann ist es meist schon zu spät. Hierfür ist auch eine offene und ehrliche Kommunikation mit den Azubis wichtig.

Auf welche Weise kann die Integration von geflüchteten Auszubildenden in Unternehmen erleichtert werden?

Die Unternehmen sollten sich vorbereiten, dass die Ausbildung von Geflüchteten auch immer mit etwas mehr Aufwand verbunden sein könnte. Sprachliche Hürden, überwältigende neue Eindrücke und das oftmals völlig unbekannte duale Ausbildungssystem können zu Beginn überfordernd sein. Gerade hierbei kann die Einstiegsqualifizierung ein sehr gutes Mittel sein. Und wenn sich der oder die Auszubildende gut schlägt, kann die Ausbildung dann direkt im zweiten Lehrjahr begonnen und das Jahr in der EQ angerechnet werden. Außerdem ist es sinnvoll, bei Schwierigkeiten die vorhandenen Fördermöglichkeiten frühzeitig in Anspruch zu nehmen und hier auch die jungen Menschen so gut es geht zu unterstützen. Hier haben sich oft auch Patenmodelle zwischen Azubis als sehr hilfreich erwiesen.

Bei sprachlichen Herausforderungen können auch die Berufssprachkurse des BAMF ausbildungsbegleitend in Anspruch genommen werden. Hier kann der Betrieb durch einen Kostenbeitrag (2 Euro/Unterrichtseinheit) oder beispielsweise die Möglichkeit geben, zwei Stunden pro Woche während der Ausbildungszeit als Lernzeit einzurichten und hier auch für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Darüber hinaus können auch die interkulturellen Unterschiede für Missverständnisse sorgen. Hier ist es wichtig, sich und die Belegschaft im Vorfeld dafür ein wenig zu sensibilisieren und auf alle Rücksicht zu nehmen. Dann ist es in der Regel ein Mehrwert und kein Problem.

Die Erfahrung der meisten Unternehmen zeigt aber: Mit Geduld, gegenseitigem Respekt und Verständnis kann die Ausbildung von Geflüchteten erfolgreich gestaltet werden und unsere Mitgliedsunternehmen sagen: Es lohnt sich – packen Sie es an!

Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge – eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages – unterstützt Betriebe aller Größen, Branchen und Regionen, die geflüchtete Menschen beschäftigen oder sich ehrenamtlich engagieren wollen. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. "Die Kurzübersicht Migrationspaket", in der das Netzwerk u.a. die Neuregelungen zur Beschäftigung und Ausbildung Geflüchteter darstellt, kann hier heruntergeladen werden.

Additive Zusatzqualifizierung  für Lehrkräfte "Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma"

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusammen mit weiteren Organisationen neu konzipierte additive Zusatzqualifizierung (ZQ) für Lehrkräfte "Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma" wird ab sofort von mehreren Weiterbildungseinrichtungen angeboten. Mit dem Erwerb der Zusatzqualifizierung erhalten Lehrkräfte das Wissen und die Kompetenz für einen traumasensiblen Unterricht. Mit der Fortbildungsmaßnahme sollen Lehrkräfte in die Lage versetzt werden, potenzielle Herausforderungen im Gruppenprozess zu erkennen, mögliche Lösungswege zu entwickeln, in individuellen Krisensituationen angemessen zu reagieren und das Unterrichtsgeschehen zu lenken.

Die Zusatzqualifizierung umfasst 32 Unterrichtseinheiten in der Präsenzphase sowie zehn Unterrichtseinheiten in der Selbstlernphase. Alle nach § 15 Absatz 1 Integrationskursverordnung (IntV) beziehungsweise nach § 15 Absatz 2 IntV zugelassenen Integrations- wie auch alle zugelassenen Berufssprachkurslehrkräfte können auf ihren Antrag hin unter bestimmten Voraussetzungen die ihnen von der ZQ-Einrichtung in Rechnung gestellten Kurskosten für die Zusatzqualifizierung vom BAMF rückerstattet bekommen.

Ausführliche Informationen zur Zusatzqualifizierung sowie zu den Voraussetzungen der Kostenerstattung finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Die Übersicht der zugelassenen Einrichtungen der additiven Zusatzqualifizierung „Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma“ kann hier heruntergeladen werden.

Bei Fragen zu den aktuellen Terminen der Zusatzqualifizierungsmaßnahme wenden Sie sich bitte an die Bildungskoordination.

Migrationspaket der Bundesregierung: Zugang zur Sprachförderung für Gestattete, Förderung von Auszubildenden und Studierenden, Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung

Mit dem Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz ergeben sich Änderungen für Asylbewerberinnen und Asylbewerber beim Zugang zu den Integrationskursen. Dies gilt wie bisher für Gestattete mit guter Bleibeperspektive sowie neu für arbeitsmarktnahe Gestattete mit unklarer Bleibeperspektive, wenn sie vor dem 01.08.2019 eingereist sind und sich seit mindestens drei Monaten gestattet in Deutschland aufhalten. Bei den Arbeitsmarktnahen handelt es sich um Personen, die bei der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend, arbeitssuchend oder arbeitslos gemeldet, beschäftigt beziehungsweise in betrieblicher Berufsausbildung sind oder in einer Einstiegsqualifizierung, in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme oder in der ausbildungsvorbereitenden Phase der Assistierten Ausbildung gefördert werden.

Geduldete können zudem nach sechs Monaten geduldetem Aufenthalt Zugang zu Berufssprachkursen erhalten, wenn sie arbeitsmarktnah sind. Für diese Gruppe werden Berufssprachkurse auch unterhalb des Sprachniveaus B1 durchgeführt, da sie bislang keinen Zugang zu Integrationskursen hatte.

Mit dem dritten Gesetz zur Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes wird die "Förderlücke" für Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie Geduldete in Ausbildung geschlossen, die bislang aus finanziellen Gründen zu Ausbildungs- und Studienabbrüchen geführt hatte. Asylbewerberinnen und Asylbewerber können nun während einer Berufsausbildung oder eines Studiums durchgängig Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

Mit dem Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung, das am 01.01.2020 in Kraft tritt, wurden Voraussetzungen für den Erwerb einer Duldung und eines Aufenthalts bei Ausbildung und Beschäftigung vereinfacht. Mit der veränderten Ausbildungsduldung und neu eingeführten Beschäftigungsduldung soll mehr Rechtsklarheit und Rechtssicherheit für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie gut integrierte Geduldete erreicht werden.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat alle Änderungen in einem Faktenpapier Migrationspaket zusammengefasst. Klicken Sie hier, um die Webseite mit dem Faktenpapier zu öffnen.

Pilot-Workshop des Projekts für geflüchtete Frauen „RAISE – reflektierte Erziehung schafft Freiheit“ erfolgreich in Fürstenberg/Havel durchgeführt

Am 28. Juni fand in Fürstenberg an der Havel ein Pilot-Workshop des Projekts für geflüchtete Frauen, "Raise – reflektierte Erziehung schafft Freiheit", statt. Mit dem Projekt ermöglicht die Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention (MIND prevention) GmbH Frauen mit Erziehungsverantwortung einen Dialog auf Augenhöhe.

Der Workshop fand auf Initiative und Mitarbeit von Frauen der „Willkommensinitiative Fürstenberg“ statt. Nach intensiver Vorbereitung und in bereits vertrauter Beziehung zu den teilnehmenden geflüchteten Frauen war dies der erste Teil einer erhofften Reihe von Veranstaltungen. Neben vielen inhaltlichen und emotionalen Anregungen war vor allem ein grundlegendes Ergebnis wichtig: Alle hatten Freude am Denken und Reden über diese schwierigen Themen, fühlten sich wohl in der Offenheit und Vertrautheit, knüpften neue Kontakte.

Der Workshop gab den teilnehmenden Müttern Gelegenheit, verschiedene Erziehungsmethoden zu reflektieren, zu diskutieren und zu verstehen. Auf  diese Weise sollte den Frauen die Angst vor den gesellschaftlichen Normen in Deutschland genommen werden und folglich positiv auf die Entwicklung der Kinder- und Familienkonzepte eingewirkt werden. Dabei wurden die Teilnehmerinnen in die Lage versetzt, ihre Werte, Einstellungen und Meinungen zu den Themen Erziehungsmethoden, Gleichberechtigung, Geschlechterrollen, Mutterrollen,  Islamverständnis und Antisemitismus frei zu formulieren. Sie lernten, ihre bisherigen Einstellungen zu diskutieren, in Frage zu stellen, Ängste abzubauen und neue Denkanstöße auch in ihre peer-groups und Familien mitzunehmen.

Zu den Themen des Workshops zählten unter anderem die Rollen der (Ehe-)Frauen und Mütter in patriarchalen Strukturen, Weiblichkeits– und Männlichkeitskonzepte  in der Erziehung und in Bezug auf religiöse Narrative, Bildung, Berufstätigkeit, Partnerschaftskonzepte sowie Gewalt in Erziehung und Ehe. Als Methode wurde für den Workshop, dem der Gedanke der Peer Education zugrunde liegt, vor allem das Rollenspiel genutzt, das eine emotionale, effektive und zugleich unterhaltsame Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen begünstigte.

Die 2017 gegründete MIND prevention GmbH stellt die Prävention gegen muslimischen Extremismus und Antisemitismus sowie die Gleichberechtigung und Demokratieförderung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die Durchführung des Workshops wurde durch das Landesprogramm "Tolerantes Brandenburg" gefördert.

Zwei Oberhaveler unter 150 START-Stipendiatinnen und –Stipendiaten bundesweit

Unter ihren bundesweit 150 Neu-Stipendiatinnen und –Stipendiaten befinden sich nach Auskunft der START-Stiftung in diesem Jahr zwei Oberhaveler. Wie Stiftungsmitarbeiterin Kerstin Risse mitteilte, hätten außerdem vier weitere Bewerberinnen und Bewerber aus dem Landkreis die Zwischenrunde erreicht.

Bei der START-Stiftung handelt es sich um eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Die jährlich vergebenen START-Stipendien fördern nach Auskunft der Stiftung "herausragende junge Menschen mit Migrationserfahrung, denen die Zukunft unserer Demokratie am Herzen liegt".

Im Rahmen des dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramms besuchen die Stipendiatinnen und Stipendiaten Veranstaltungen und Seminare zu fachlichen Themen und Zukunftsfragen und werden durch Landeskoordinatoren und -koordinatorinnen betreut. Auch durch die Finanzierung von Büchern, Schulmaterialien, Workshops, Internetgebühren und weiteren Bildungsmaßnahmen sollen Potenziale und die persönliche Entwicklung der geförderten Schülerinnen und Schüler entfaltet werden.

Eine Bewerbung in den Monaten Februar und März eines jeden Jahres ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden: In Frage kommen Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, die selbst oder deren Mutter oder Vater nach Deutschland zugewandert sind, die aktuell mindestens die 9. Klasse besuchen, mindestens drei weitere Jahre auf eine allgemein- oder berufsbildende Schule gehen werden und Deutsch mindestens auf dem Niveau GER-B1 beherrschen.

Insgesamt werden in den nächsten drei Jahren sieben brandenburgische Stipendiatinnen und Stipendiaten des Bewerbungsjahrgangs 2019 gefördert. Außerdem befinden sich derzeit fünf weitere Oberhaveler Schülerinnen und Schüler aus den Auswahlrunden 2017 und 2018 im Stipendienprogramm.

In Zusammenarbeit mit Oberhaveler Schulen hat die Bildungskoordination Schülerinnen und Schüler auf die Förderung der START-Stiftung aufmerksam gemacht. Wir gratulieren den beiden Neuzugängen in der START-Community und wünschen eine bereichernde Zeit!

Verbraucherzentrale Brandenburg mit mehrsprachigem Beratungsangebot für Neuzugewanderte

Neuzugewanderten sind die Gefahren des Konsumalltags oft nicht bewusst. Für sie hat die Verbraucherzentrale Brandenburg ein mehrsprachiges Beratungsangebot ins Leben gerufen, um deren Kompetenz als Verbraucher zu stärken. Das Vorhaben wird vom Landesministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz gefördert. In den Beratungsgesprächen stehen Themen auf dem Programm, mit denen Neuzugewanderte in ihrem Alltag besonders oft konfrontiert sind. Dazu zählen zum Beispiel Mobilfunkverträge, Abschlüsse ungewollter Verträge, "Abofallen" und "Abzocke im Internet", Abmahnungen wegen illegaler Downloads, unseriöse Anbieter von Kreditkarten und Kreditvermittlung im Internet sowie hohe Strom- und Energiekosten in der ersten Wohnung.

Neben der Beratung führt die Verbraucherzentrale Vorträge und Workshops für Migrantinnen und Migranten durch, schult Multiplikatoren und stellt mehrsprachige Informationsbroschüren zur Verfügung. Die Vorträge und Workshops werden in einfacher Sprache und mit Sprachmittler*innen vor Ort angeboten. Bei Interesse können Sie die Verbraucherzentrale per E-Mail unter willkommen@vzb.de kontaktieren.

Detaillierte Informationen zum Verbraucherschutz für Neuzugewanderte finden Sie unter https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/migranten

In der Infothek werden Verbraucherrechte einfach erklärt: https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/infothek

Mehrsprachige Checklisten zu unterschiedlichen Verbraucherschutzthemen können unter folgendem Link aufgerufen werden https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/migranten/mehrsprachige-checklisten-26301  

Tipps und Themen für Flüchtlingshelferinnen und –helfer sind hier zu finden https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/fluechtlingshilfe/tipps-fuer-helfer

Neuzugewanderte nehmen an einer Führung in der Clara-Zetkin-Gedenkstätte teil

Am 24. Juli fand für neuzugewanderte Borgsdorferinnen und Borgsdorfer eine Führung in der Clara-Zetkin-Gedenkstätte statt, die von der Bildungskoordination initiiert wurde.Die Historikerin Manuela Dörnenburg vom Förderverein der Clara-Zetkin-Gedenkstätte Birkenwerder stellte vor ca. 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern das  Leben von Clara Zetkin vor, die als Politikerin, Publizistin und Theoretikerin ein halbes  Jahrhundert lang die deutsche wie die internationale proletarische Frauenbewegung mitgeprägt hatte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben während der Führung nicht nur den Einblick in das Leben von Clara Zetkin, sondern auch in ein wichtiges Kapitel der deutschen Frauenbewegung bekommen. Während der Führung haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrere Fragen an Frau Dörnenburg gestellt und Ihre Ausführungen mit großem Interesse verfolgt. "Toll, dass so viele Interessierte, darunter viele Jugendliche, an der Führung teilgenommen haben. Es hat mir viel Spaß bereitet", so Frau Dörnenburg.

Manuela Dörnenburg vor der Clara-Zetkin-Gedenkstätte

© Landkreis Oberhavel

Der Förderverein der Clara-Zetkin-Gedenkstätte Birkenwerder setzt sich ein für den Erhalt des Hauses, den systematischen Aufbau eines Archivs, die Vermittlung und den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse auf Fachtagungen und durch die Arbeit in der Gedenkstätte. Der Verein freut sich auf Ihre Spenden. Detaillierte Informationen zum Verein finden Sie hier: Flyer des Fördervereins (PDF).

"Kochen über den Tellerrand" – Interkultureller Austausch im Haus der Möglichkeiten in Leegebruch

Das “Haus der Möglichkeiten“ in Leegebruch ist laut eigener Webseite ein "kulturelles und künstlerisches Zentrum für alle Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von Alter, sozialem Hintergrund und Herkunft". Neben Spielenachmittagen, Sport- und Deutschkursen finden hier auch regelmäßig interkulturelle Kochveranstaltungen statt.

Dazu gehört das integrative Erfolgskonzept "Kochen über den Tellerrand", das Menschen unterschiedlicher Herkunft verbindet und voneinander lernen lässt. Susanne Grätsch begleitet die seit 2015 stattfindenden Treffen von Beginn an.

Für die Webseite der Bildungskoordination hat sie einen Rückblick zum Kochabend am 29. Juni verfasst und gibt so einen Vorgeschmack auf den im Rahmen der Interkulturellen Woche des Landkreises geplanten kulinarischen Themenabend "Kenia" am 28. September 2019 ab 16.00 Uhr, den dann eine kenianische Familie vorbereiten wird:

„In der Küche riecht es nach exotischen Gewürzen, wie Ingwer und Koriander. Ein bisschen Limette ist dabei und natürlich Kurkuma. I. [Namen im Folgenden von der Redaktion gekürzt] und seine Frau sind am Herd beschäftigt und braten Hühnerspieße, während sie den kochbegeisterten Teilnehmern Hinweise geben, was man beim "Pakistanisch Kochen" beachten sollte. „Wenn der Rauch aus der glühenden Kohle das Fleisch würzt, bekommt es noch einen viel edleren Geschmack“, bemerkt I. auf Englisch.

Grillspieße

© Grätsch

Die Küche im "Haus der Möglichkeiten" in Leegebruch ist voll mit neugierigen Mitköchinnen und Mitköchen aus aller Welt. Vorher wurde schon gemeinsam Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer geschnippelt. Noch mehr Menschen sitzen im Hauptraum, der wie ein Café eingerichtet ist. Hier unterhält sich R. aus Syrien mit H. aus Deutschland. S. aus Kenia fachsimpelt mit J. aus Afghanistan über den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Kinder aus Deutschland, Kamerun, Pakistan und Kenia toben durcheinander. Es ist laut und bunt und alle warten, dass das Essen endlich fertig ist.

Bestimmt schon zum 20. Mal findet am 29. Juni das "Kochen über den Tellerrand" statt. Die Köchinnen und Köche kommen aus aller Herren Länder. Wir haben gelernt, dass in Kamerun Fleisch mit trockenem Fischpuder gewürzt wird und sich Maniok anfühlt wie Kaugummi. Das syrische Essen trifft unsere Geschmacksnerven sehr. Reis mit Rosinen und Curry, dazu Tabouleh, der Petersiliensalat, der mit Limette gewürzt wird – köstlich! Auch Russisch, Persisch, Afghanisch, Thailändisch und Palästinensisch hatten wir schon. Und auch Vegetarisch und Königsberger Klopse standen mal auf der Tagesordnung.

Die Herausforderung ist, dass man nie weiß, wie viele Menschen dabei sein werden. Mal sind es 20, mal 40. Manchmal reicht das Essen nur knapp für alle, an anderen Tagen nehmen alle noch viel mit nach Hause. Manche der Köchinnen und Köche sind regelmäßig dabei – man kennt sich und freut sich, sich wiederzusehen. Doch immer wieder kommen auch neue Besucherinnen und Besucher dazu. Es spricht sich herum, dass man hier nicht nur neue exotische Geschmacksrichtungen ausprobieren, sondern auch mehr über Land und Leute erfahren und spannende Menschen kennen lernen kann.

Pakistanisch Kochen

© Müller-Schwartz

Mittlerweile hat die Wartezeit ein Ende. Es kommt Bewegung in die Truppe. Die Sonne hat sich hinterm Haus zurückgezogen, also können die Tische rausgestellt und gedeckt werden. Eine lange Tafel entsteht mit Blick auf den Innenhof. 43 Besucherinnen und Besucher haben wir diesmal. Apfelsaft wird ausgeschenkt und dann flaniert jeder mit seinem Teller an der Essensausgabe vorbei. Ein Stück Hühnchen mit 

Tomaten-Curry-Sauce und Reis, dazu ein Hühnchenspieß mit grüner Sauce aus Minze, Koriander und Joghurt. Zum Nachtisch gibt es süßen Reis. Es schmeckt fantastisch. Ein Blick über die lange Tafel zeigt: Alle essen mit großem Appetit. Sogar für die Vegetarierinnen und Vegetarier wurde ein separates Gericht aus Kichererbsen gezaubert.

„Wann findet das nächste Kochen statt?“ fragt B. „Wir wollen unbedingt wieder dabei sein!“ Der nächste Termin ist nach der Sommerpause am 7. September geplant. Was gekocht wird, ist noch nicht klar. Aber dass es lecker wird, davon gehen wir aus.“

Informationsportale vermitteln Wissenswertes über das Leben in Deutschland

Aus Bundesmitteln werden zwei Informationsportale gefördert, die zum einen Hintergrundwissen über die Bundesrepublik vermitteln, zum anderen mit im Ausland kursierenden Gerüchten über das Leben in Deutschland aufräumen sollen. Zielgruppen sind in erster Linie Migrantinnen und Migranten. Aber auch hauptamtliche und ehrenamtliche Akteure, die im Bereich Integration tätig sind und sich täglich mit grundsätzlichen Fragen Neuzugewanderter zum Leben in Deutschland konfrontiert sehen, erfahren viel Wissenswertes.

"Tatsachen über Deutschland - Das Portal mit aktuellen Daten, Fakten und Informationen über Deutschland" bietet allen, die sich für Deutschland interessieren, in kompakter und leicht verständlicher Weise Informationen zu Staat und Politik, Wirtschaft, Umwelt, Bildung, Kultur, Gesundheit, Gesellschaft und Lebensart. Videos sowie Facebook-Nachrichten und Tweets der Informationsseite Deutschland.de sind in die Seite eingebettet. Das Portal ist in mehreren Sprachen verfügbar – neben allen offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen (Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch, Spanisch und Chinesisch) sogar auf Indonesisch und Ukrainisch. Am Ende der Seite kann ein Booklet mit Zahlen und Fakten in jeder der zur Verfügung stehen Sprachen entweder als E-Paper gelesen oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Das andere Portal, "#rumours about germany. facts for migrants", richtet sich vorrangig an Personen im Ausland, die mit dem Gedanken spielen, nach Deutschland auszuwandern. Die Webseite ist ebenfalls mehrsprachig (Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Dari, Tigrinya) angelegt und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen, zum Beispiel "Wer genießt Bleiberecht in Deutschland und wer nicht?". Gleichzeitig warnt das Portal vor unsicheren Fluchtrouten oder Gerüchten, die von Menschenschmugglern verbreitet werden.

Juni-Ausgabe des Newsletters Bildung und Integration erschienen

Der Newsletter kann hier heruntergeladen werden.

"Die meisten Jugendlichen berichten, dass sie kaum bis gar keinen Kontakt zu Menschen mit Fluchterfahrung haben" – Interview mit der Leiterin des Projekts "Menschen treffen Menschen"

Die Stiftung für Engagement und Bildung e. V. bringt mit dem Projekt "Menschen treffen Menschen" das Thema Flucht und Migration ins Klassenzimmer. "Menschen treffen Menschen" gibt Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 bis 12 die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit Menschen zu kommen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten. Das Projekt gewann im vergangenen Jahr den dritten Platz des Integrationspreises Potsdam und erreichte bisher über 1.000 Schülerinnen und Schüler. Durch die Förderung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg können die Workshops kostenlos angeboten werden.

Die Bildungskoordination sprach mit der Leiterin des Projekts, Marie Offermanns, über die Methodik und den Einfluss der Workshops auf die Jugendlichen.

Frau Offermanns, welchen Eindruck hinterlassen Gespräche mit den Geflüchteten bei den deutschen Jugendlichen?

Wir besuchen die Jugendlichen im Klassenraum und bieten ihnen einen offenen Raum für alle Fragen, die sie an jemanden haben, der die Erfahrung gemacht hat, sein Zuhause, seine gewohnte Umgebung und oftmals auch seine Familie hinter sich lassen zu müssen. Die meisten Jugendlichen berichten, dass sie kaum bis gar keinen Kontakt zu Menschen mit Fluchterfahrung haben. Viele der Schülerinnen und Schüler zeigen großes Interesse am Thema Flucht und Migration, aber sie wissen nicht mehr als das, was man im Fernsehen sieht: Überfüllte Schlauchboote und Tausende Menschen in Camps, die in Zelten übernachten. Die Gespräche mit den geflüchteten Teamern hinterlassen oftmals einen erkennbaren Eindruck bei den Jugendlichen und erzeugen Verständnis für ihre Situation.

Auf welchen Methoden basieren Ihre Workshops?

Unsere Projekttage wollen nicht nur Inhalte zu einem komplexen Thema vermitteln. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern auch Workshops anbieten, die eine Abwechslung zum Schulalltag darstellen. Deshalb verwenden wir eine Vielzahl von Medien und Methoden. Ein Beispiel ist unser 4-Ecken-Quiz, das wir immer zu Beginn spielen. Dabei gehen wir auf ein paar grundlegende Fakten ein und erfassen das Vorwissen der Jugendlichen: "Wie viel Geld erhält ein Asylsuchender als staatliche Hilfe?" Und: "Wie viele Menschen hat Deutschland seit 2015 im weltweiten Vergleich aufgenommen?" Ein weiteres Beispiel ist das Simulationsspiel "auf der Flucht", in dem den Schülerinnen und Schülern auf spielerisch-didaktische Weise die Herausforderungen einer Flucht vermittelt werden.

Wie können die Workshopteilnehmenden ihr in den Workshops erworbenes Wissen im Alltag anwenden?

Die Basis unserer Workshops ist die Erarbeitung und Vermittlung von Inhalten zu Fluchtursachen und die Situation in Herkunftsländern, zu Fluchtwegen und Gefahren und Hürden auf der Flucht, sowie zu den Schwierigkeiten des Ankommens in Deutschland. Aufbauend darauf wird im Klassenraum diskutiert, was "denn eigentlich Integration ist" und welche Rolle die Aufnahmegesellschaft in diesem Prozess spielt. Ziel der Projekttage ist es, den Schülerinnen und Schülern die Komplexität des Begriffes zu vermitteln. Am Ende der Projekttage wird dieses Wissen angewandt: Die Jugendlichen entwickeln ein eigenes Willkommensprojekt in ihrer Stadt, wie etwa ein internationales Fußballturnier oder ein Sprachcafé. An einigen Schulen, die wir bisher besuchen durften, wurden sogar einige dieser Ideen in die Tat umgesetzt.

Hinweis: Möchten Sie das Projekt "Menschen treffen Menschen" an Ihrer Schule durchführen? Dann setzen Sie sich bitte mit der Bildungskoordination in Verbindung.

Förderfonds #WirsindBrandenburg unterstützt Jugendverbandsarbeit mit Geflüchteten

Sie planen Bildungsangebote und Maßnahmen zur Freizeitgestaltung junger Geflüchteter? Der Förderfonds #WirsindBrandenburg unterstützt Jugendverbandsarbeit mit Geflüchteten mit bis zu 750,00 Euro pro Antrag. Der Förderfonds lässt junge Menschen mit Fluchterfahrung an bestehenden Strukturen und Maßnahmen zur Interessenvertretung teilhaben und unterstützt deren Einbindung in Jugend- und Verbandsarbeit.

Zuwendungsempfänger sind Jugendverbände und verbandliche Jugendbildungsstätten. Darüber hinaus können Vereine gefördert werden, die Mitglied des Kreisjugendringes Oberhavel sind. Die Maßnahmen dürfen vor Bewilligung der Zuwendung noch nicht begonnen haben und müssen bis zum 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres abgeschlossen sein.

Gefördert werden Sachkosten, Honorarkosten für Koordinierungs-, Betreuungs-, Übersetzungsleistungen sowie Teilnahmebeiträge für junge Geflüchtete (für Kurse, Seminare, Ferienfreizeiten des antragsstellenden Trägers).  Ein Eigenanteil ist nicht erforderlich. Das Antragsformular und die Förderrichtlinie finden Sie unter folgendem Link.

Internationaler Sommertanz für Frauen und Mädchen

Am 23. Juni 2019, von 14.00 bis 19.00 Uhr, findet in und um die St. Nicolai Kirche Oranienburg (Havelstraße 28) "Internationaler Sommertanz für Frauen und Mädchen“ statt. Auf die Besucherinnen warten Kaffee, Kuchen, Gespräche, Musik und internationale Tänze (u.a. Tarantella). Die Tarantella-Künstlerin Margherita D'Amelio tritt mit einem Tanzworkshop auf. Der Veranstalter - die Evangelische Kirchengemeinde Oranienburg - freut sich auf "Mehr Tanz, mehr Begegnung und mehr Freude"!

Förderung von Ferienaktivitäten mit geflüchteten Kindern

Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg unterstützt ehrenamtlich tätige Menschen (Willkommensinitiativen), Vereine und gemeinnützige freie Träger bei Sommerunternehmungen für Kinder aus geflüchteten Familien. Dafür stellt sie bis zu 500 Euro je Einzelantrag bereit.

Gefördert werden gemeinsame Aktivitäten von Gruppen, wie Tagesausflüge in die Umgebung, ins Freibad, sportliche Betätigungen, Bastelaktionen, kreative Aktivitäten, Singen und Musizieren, gemeinsame Spiele, aber auch Mietkosten für externe Räume, Eintrittskarten, der Einsatz von Sprachmittlerinnen und -mittlern, Fahrtkosten sowie Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit.  Ausgeschlossen von der Förderung sind Ferienlager, Urlaubsreisen, Kosten für Lebensmittel, Getränke und freiwillige Versicherungen.

Das Antragsformular ist abrufbar auf der Internetseite der Integrationsbeauftragten (im unteren Bereich unter Downloads).

Das ausgefüllte Antragsformular senden Sie bitte unterschrieben, im Original, mit allen erforderlichen Anlagen an:

Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV)
Dezernat 53
Lipezker Straße 45
03048 Cottbus

Das Verfahren kann beschleunigt werden, wenn Sie eine Kopie des Antrages per E-Mail an die Integrationsbeauftragte: integrationsbeauftragte@masgf.brandenburg.de senden. Beantragt werden können nur Vorhaben, die noch nicht begonnen wurden. Anträge können für einen Verwendungszeitraum bis zum 18.08.2019 gestellt werden.

Ehrenamtspreise an die Willkommensinitiative der Gemeinde Glienicke/Nordbahn verliehen

Verleihung der Ehrenamtspreise an die Willkommensinitiative.

© Gemeinde Glienicke/Nordbahn

Am 28.05.2019 fand im Rathaus der Gemeinde Glienicke/Nordbahn die Übergabe der Ehrenamtspreise an die Willkommensinitiative statt. Diese engagiert sich seit 2015 für Neuankömmlinge in der Gemeinde. Jeden Samstag stehen die Türen und Herzen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Willkommensinitiative offen für die Bedürfnisse und Fragen der Geflüchteten. Inzwischen hat jede Familie einen Paten als unmittelbaren Ansprechpartner. Hilfe bei allerlei Nöten sowie Begleitung zu Ämtern, Behörden und Ärzten sind für die Ehrenamtlichen selbstverständlich.

"Die Mitglieder der Willkommensinitiative Glienicke sind mit Menschenkenntnis und Menschlichkeit an die Aufgabe herangetreten, sie stehen mit ihrem privaten Engagement für ein tolerantes und weltoffenes Glienicke/Nordbahn", sagte Dr. Hans Günther Oberlack, Bürgermeister der Gemeinde Glienicke/Nordbahn. "Ohne diese langjährigen ehrenamtlichen Aktivitäten würde das Gemeinwesen nicht funktionieren. Für unsere Gemeinde ist es wichtig, zu wissen, dass es hier Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen und zupacken, wo es nötig ist. Deshalb ist es wichtig, diese Bürgerinnen und Bürger sowie ihre Leistungen zu würdigen", führte Herr Dr. Oberlack aus.

Der interkulturelle Austausch, das Zusammenleben und Zusammenwachsen steht für die Willkommensinitiative immer an erster Stelle. Die Organisation und Durchführung von Deutschkursen für Kinder und Erwachsene sowie regelmäßige Treffen, gemeinsame Ausflüge, Kochen nach landestypischen Rezepten und die Beteiligung bei Kulturveranstaltungen zählen zu den weiteren Aktivitäten der Initiative. Besonders die Kinder liegen den ehrenamtlich Tätigen am Herzen. Die Willkommensinitiative möchte für sie beste Startvoraussetzungen schaffen und organisiert zusammen mit der Integrationskoordination der Gemeinde Glienicke/Nordbahn Deutschkurse in den Kitas. Schulkinder werden indessen individuell gefördert.

In der Anfangszeit stand das "Ankommen" und Kennenlernen untereinander im Vordergrund, hierzu wurde der Treffpunkt "KOMM AN!" eingerichtet. Dieses Projekt ist inzwischen ausgelaufen, mit dem geplanten Familienzentrum beziehungsweise Nachbarschaftstreff soll eine neue Anlaufstelle entstehen. Um auf jede Situation vorbereitet zu sein, haben die Mitglieder der Willkommensinitiative verschiedene Schulungen und Workshops besucht.

Muttersprachlicher Unterricht Arabisch – ab 05.06.2019 auch in Velten

Ab dem 05.06.2019 wird muttersprachlicher Unterricht an der Löwenzahn-Grundschule in Velten angeboten. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen mit der Erstsprache Arabisch. Teilnehmen können auch Schülerinnen und Schüler anderer Schulen.

"Wir freuen uns, mit Frau Asmaa Ghandora eine versierte Lehrerin für den muttersprachlichen Unterricht in Velten gefunden zu haben und können damit das Unterrichtsangebot in Oberhavel ausweiten", sagt Lena Fleck, Projektleiterin "Muttersprachlicher Unterricht" bei den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Brandenburg. Die Löwenzahn-Grundschule in Velten ist damit die sechste Schule im Landkreis, die muttersprachlichen Unterricht anbietet.

Der Unterricht wird ab dem 5. Juni jeweils mittwochs und donnerstags von 14.00 bis 15.30 Uhr in der Löwenzahn-Grundschule, Hermann-Aurel-Ziegler-Straße 20 in 16727 Velten stattfinden. Beim ersten Unterricht sind Eltern herzlich eingeladen, zuzuschauen und Fragen zu stellen.

Kontakt: l.fleck@raa-brandenburg.de

Das Informationsblatt in deutscher und arabischer Sprache finden Sie hier.

Experten diskutieren Bildungsmaßnahmen für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete

Am 8. Mai trafen sich Experten aus Oberhavel und Berlin, um die Möglichkeit der Etablierung von Sprach- und Bildungsangeboten bzw. sozialen Integrationsmaßnahmen für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete im Landkreis Oberhavel zu diskutieren.

Netzwerktreffen

© Landkreis Oberhavel

Juri Galperin, Kommunaler Bildungskoordinator, stellte die Zahlen der Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK vor, nach denen rund drei Viertel der Schutzsuchenden unterschiedliche Formen von Gewalt erfahren haben. Die Rate der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist laut der DGPPN bei Flüchtlingen und Asylbewerbern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um das bis zu zehnfache erhöht. Etwa drei Viertel (74,7 Prozent) der befragten Schutzsuchenden aus Syrien, Afghanistan und dem Irak gaben in der Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK an, Gewalt in unterschiedlichen Formen persönlich erlebt zu haben. Rund 58 Prozent der Befragten haben 2 oder 3 Traumata erlebt. Der Bildungskoordinator machte zudem auf die Bedeutung des Spracheerwerbs bei psychisch beeinträchtigten Geflüchteten aufmerksam, der eine wichtige Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe an den ökonomischen, sozialen und kulturellen Ressourcen der Gesellschaft darstellt.

Dr. Said Ibaidi, Migrationspsychologe des Landkreises Oberhavel, berichtete anhand vier konkreter Beispiele davon, welche Probleme Geflüchteten mit psychischen Beeinträchtigungen beim Lernen der deutschen Sprache haben. Geflüchtete seien tatsächlich motiviert, die deutsche Sprache zu erlernen, aber sie seien unzufrieden mit dem Lernfortschritt, so Herr Dr. Ibaidi. Das läge nach deren Aussagen an ihren psychischen Erkrankungen, die Schlaf- und Konzentrationsprobleme zur Folge hätten, führte der Migrationspsychologe aus und plädierte für einen sensiblen und personenbezogenen Umgang mit psychisch beeinträchtigten Menschen.

Die Leiterin des im Jahre 2015 von der WIB-Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH gestarteten Projekts "Integration geflüchteter Menschen", Carina Hahn, machte auf die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz, übergreifendes Wissen und gute Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten bei der Arbeit mit psychisch erkrankten Geflüchteten aufmerksam. Zu den Schwerpunkten des Projekts zählen Berufliches Einzelcoaching, betreutes Einzelwohnen, psychosoziale und psychologische Beratung sowie ein niedrigschwelliger Deutsch-Konversationskurs. Der psychosoziale Berater und Sprach- und Integrationskurslehrer, Tarek Sharaf, berichtete, dass er beim Konversationskurs auf positive stressfreie Erfahrungen und Humor großen Wert legt. Wichtig sei auch, dass Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer über sich selbst erzählen, deren persönlicher Zustand müsse nach Möglichkeit eingeflochten werden, so Herr Sharaf.

Die Dozentin an der Volkshochschule Spandau, Micaela Taubert, stellte beim Netzwerktreffen ihren niedrigschwelligen Deutschsprachkurs für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete vor, der in Zusammenarbeit mit dem Träger der psychosozialen Arbeit Ginko Berlin gGmbH durchgeführt wird. Die Gruppe besteht aus acht bis zehn lernerfahrenen und ungeübten Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter denen sowohl Zweitschriftlerner als auch primäre Analphabeten ohne Stifterfahrung sind. Das Unterrichtsziel ist die Erreichung des A1-Sprachniveuas. Zu den Besonderheiten des Kurses zählen beispielsweise guter Zusammenhalt und Austausch unter den Teilnehmenden, deren Aufnahmefähigkeit aus naheliegenden Gründen schwankt. Frau Taubert setzt deshalb auf die situative Unterrichtsgestaltung und eine entspannte Atmosphäre im Unterricht.

Der Netzwerkkoordinator am Zentrum für transkulturelle Psychiatrie (ZtP) am Humboldt Klinikum Berlin, André Albuquerque de Bulhões, stellte seinen Tätigkeitsbereich vor, der auf die Einbeziehung kultureller, religiöser, ethnischer und sprachlicher Hintergründe spezialisiert ist.

Aus Sicht von Bildungskoordinator Galperin sollte bei der Vermittlung von Sprachkursen oder beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen (im Rahmen ausführlicher Beratungsgespräche) stets die körperliche und psychische Verfassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geprüft werden. Ist dies nicht der Fall, sollte die Maßnahme gegebenenfalls zurückgestellt und zunächst alltagspraktische und stützende Sozialberatung angeboten werden, so der Bildungskoordinator.

Zum Schluss präsentierte die Bildungskoordination die Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte, die psychisch beeinträchtigte Menschen mit Fluchterfahrung unterrichten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) plant derzeit eine additive Zusatzqualifizierung „Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma“, die noch in diesem Jahr angeboten werden soll. Die Bildungskoordination wird rechtzeitig detaillierte Informationen über diese Fortbildungsmaßnahmen veröffentlichen. Darüber hinaus bietet das Institut für Fort- und Weiterbildung der Alexianer GmbH ein Inhouse-Seminar für Lehrkräfte zum Thema "Kommunikation mit (traumatisierten) Geflüchteten ohne deutsche Sprachkenntnisse". Interessierte Lehrkräfte können sich an die Bildungskoordination wenden.

Während der Diskussion wurden auch die Möglichkeiten der Etablierung von Bildungsangeboten für betroffene Geflüchtete im Landkreis Oberhavel besprochen. Bei weiteren Treffen sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden.

7. Fachnetzwerktreffen Sprache diskutierte über Sprach- und Integrationskursangebot im Landkreis Oberhavel

Im Rahmen des 7. Fachnetzwerktreffens Sprache kamen am 08.05.2019 zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Bildungsträgern, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Beratungsstellen für Geflüchtete, der Kreisverwaltung Oberhavel und einer Willkommensinitiative in Oranienburg zusammen.

Fachnetzwerktreffen Sprache am 08.05.2019.

© Landkreis Oberhavel/Juri Galperin

Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens standen aktuelle Fragen zu laufenden Sprach- und Integrationskursen in Oberhavel und zu Planung und Koordination des Angebots in der zweiten Jahreshälfte 2019. Betriebliche Sprachkurse jenseits des aus Bundesmitteln geförderten, an bestimmte Voraussetzungen geknüpften Berufssprachkursangebots für neuzugewanderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, waren ebenfalls Inhalt des Austauschs. Die Kommunale Bildungskoordination informierte unter anderem über das Konzept Sprachcafé als niedrigschwellige, unterstützende Maßnahme zum regulären Sprachkursangebot. Ein wöchentlich stattfindendes Sprachcafé existiert seit April in Gransee. Das Angebot soll in Zusammenarbeit mit lokalen Willkommensinitiativen im Landkreis ausgebaut werden.

Die Themenbereiche Sprachkurs mit Kinderbetreuung, Deutsch als Zweitsprache und Verbraucherschutz für Neuzugewanderte sollen beim nächsten Fachnetzwerktreffen im Spätsommer auf der Tagesordnung stehen.

Das im Jahr 2017 gegründete Fachnetzwerk Sprache agiert im Rahmen der Integrationsstrategie des Landkreises Oberhavel und wird von den Kommunalen Bildungskoordinatoren begleitet.

Newsletter Bildung und Integration Mai 2019 in neuem Design erschienen

Die Newsletterausgabe kann hier heruntergeladen werden.

"Der Aufenthaltsstatus spielt für unsere Beratung keine Rolle" - Ein Gespräch mit der IQ-Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin und Projektleiterin Svetlana Müller

Frau Müller, was ist Ihre Aufgabe als Anerkennungs- und Qualifizierungsberaterin?

Mit der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung biete ich meinen Ratsuchenden Informationen und Unterstützung zu Fragen der Anerkennung im Ausland erworbener Bildungs- und Berufsabschlüsse. Das Ziel des Projektes ist die berufliche Integration dieser Gruppe in Deutschland zu fördern. Das Teilprojekt im IQ Netzwerk Brandenburg umfasst neben dem Landkreis Oberhavel auch die Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Frankfurt/Oder, wo Kolleginnen und Kollegen in der Beratung tätig sind. Da das IQ Netzwerk vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Europäischen Sozialfonds gefördert wird, ist unser Angebot kostenfrei.

Warum benötigt die benannte Zielgruppe eine Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse?

In Deutschland gibt es eine Reihe sogenannter reglementierter Berufe, für die eine Anerkennung ausländischer Abschlüsse erforderlich ist. Nur mit einer solchen Anerkennung darf man in Deutschland in dem Beruf tätig werden oder einen Titel führen. Dies gilt vor allem für Berufe im medizinischen und pädagogischen Bereich sowie im zulassungspflichtigen Handwerk.

Wie sieht es mit nicht-reglementierten Berufen aus?

Bei nicht-reglementierten Berufen ist eine Anerkennung nicht notwendig, um in diesem Berufsfeld tätig zu werden. Sie kann dennoch sehr hilfreich sein, weil eine Anerkennung die Einordnung des ausländischen Abschlusses erleichtert. Dadurch erhöhen sich die Chancen, in Bewerbungsverfahren erfolgreich zu sein und eine der Qualifikation entsprechende Stelle in Brandenburg zu finden.

Wie sieht Ihre Beratung konkret aus?

IQ-Beraterinnen aus meinem Team  bieten in deutscher, englischer, polnischer oder russischer Sprache individuelle Informationen zum Anerkennungsverfahren an und beraten auch zu beruflichen Möglichkeiten in Deutschland. Ferner unterstützen wir bei der Zusammenstellung der Unterlagen für die Anerkennung und begleiten das Verfahren. Darüber hinaus informieren wir zu Fördermöglichkeiten im Kontext des Anerkennungsverfahrens. Allerdings berät das IQ Netzwerk nicht zu schulischen Abschlüssen – das übernehmen die Migrationsberatung beziehungsweise der Jugendmigrationsdienst.

Spielen Aufenthaltsstatus und Wohnort der Kunden eine Rolle?

Nein, wir beraten unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Ratsuchenden, gleich ob es sich um EU-Bürger oder Asylsuchende handelt.  Dazu zählen auch Deutsche, die im Ausland einen Berufsabschluss erworben haben und eine Wiedereingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt in Brandenburg anstreben.

Frau Müller, wir danken für das Gespräch.

Kontakt: Svetlana Müller
bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH
Berliner Straße 119-125, Eingang F, Zimmer 122
16515 Oranienburg
Telefon: (03301) 5772 719
E-Mail: svetlana.mueller@bbw-akademie.de

Das IQ Netzwerk Brandenburg ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Auch die regionalen Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern verfügen über Anerkennungsstellen für die in den jeweiligen Kammern verfassten Berufsgruppen.

Interview mit Irina Nekrasow, Leiterin des Tanzprojekts "Zeig Dich!" für junge Frauen

Das Tanzprojekt "Zeig Dich!" für junge Frauen mit und ohne Fluchterfahrung ist im März gestartet. Die Bildungskoordination hat mit der Leiterin des Projekts, Frau Irina Nekrasow, über die Gründungsidee, die Zielgruppe und den Beitrag von "Zeig Dich!" zur Integration von jungen Frauen gesprochen.

Frau Nekrasow, wie kam es zu Ihrem Tanzprojekt "Zeig Dich!"?

Die Idee eines Tanzworkshops ist bei einer Seminarfahrt  im Herbst 2018 in Flecken Zechlin zusammen mit jungen Frauen mit Migrationshintergrund entstanden. Die Frauen haben ihren Wunsch selbst formuliert und die begleitende Referentin angesprochen. Diesen ersten Schritt der Beteiligung und Entwicklung eigener Aktivität haben wir aufgegriffen. Durch das Projekt sollen sie in ihrer Erfahrung der Selbstwirksamkeit und gesellschaftlichen Mitwirkung weiter ermutigt werden. Mädchen- und Frauenarbeit ist aber nicht nur ein Thema für Frauen mit Migrationsgeschichte, sondern generell ein Thema der offenen Jugendarbeit.

An welche Zielgruppe richtet sich das Tanzprojekt?

Das Tanzprojekt  richtet sich an Mädchen und junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von 14 bis 27 Jahren. "Zeig Dich!" ist  im März 2019 gestartet und soll bis September 2019 mit einer Abschlussreise nach Ostseebad Binz durchgeführt werden. Ich freue mich, dass "Zeig Dich!" durch die Förderung des Bundesprogramms Demokratie Leben umgesetzt werden kann.  

Welchen Beitrag leistet "Zeig Dich!" zur Integration von Mädchen und jungen Frauen?

Wir wollen Neuzugewanderten schnellstmögliche gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben ermöglichen. Dabei sind die jungen Frauen immer stärker in den Fokus gerückt. Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, zu einer Gruppe von 15 bis 20 jungen Frauen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und sie an den Jugendmigrationsdienst und seine Aktivitäten zu binden. Unsere Projektidee arbeitet nach den Prinzipien des Gendermainstreamings, orientiert sich an der Arbeit der Mädchen- und Frauenförderung und will einen interkulturellen geschlechterreflektierenden Ansatz in die Arbeit der Partnerschaft für Demokratie einbringen.

Welche Rolle spielt das Tanzen dabei?

Ziel des Projektes ist es, jungen Frauen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich ungezwungen entfalten und ausprobieren können. Ein Ort, an  dem sie ihren Interessen nachgehen, ihre Kreativität ausüben und sich ausprobieren können. Tanzen, Körperwahrnehmung, Empowerment, gehen in dem Projekt einher mit Aspekten kultureller Bildung. Das Tanzen fördert den Wissenserwerb durch stimulierte Raum- und Selbsterfahrung. Die Teilnehmerinnen sollen dadurch einen neuen Zugang zu ihrem Körper und ihren Gefühlen entdecken. Die wortlose Bewegung mit dem Körper im Raum und das Erleben von Kreativität eröffnet den Mädchen und jungen Frauen neue Ausdrucksformen für ihre Gefühle und Gedanken und gibt Ihnen jenseits von Sprache eine Kommunikationsmöglichkeit in der Gruppe und darüber hinaus. Diese neuen Ausdruckmöglichkeiten eröffnen den Teilnehmerinnen andere Wege der Kommunikation untereinander, die helfen können, Konflikte zu lösen und Vorurteile abzubauen. Durch ein solches Projekt und das dadurch entstehende Gemeinschaftsgefühl werden die Gruppenfähigkeit und die positive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und mit anderen Mitgliedern gefördert.

Sie haben kürzlich mit der Gruppe eine Wochenendfahrt unternommen. Hatte der Ausflug eine positive Auswirkung auf die Gruppendynamik?

Vom 5. bis 7. April 2019 waren wir mit der Gruppe in der DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin zu Gast. Die Gruppe freute sich sehr, aus ihrem Alltag ausbrechen zu können, etwas Neues zu erleben, alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Freundschaften zu schließen. Das Ziel war vor allem, den Gruppenzusammenhalt zu stärken und ein Vertrauensverhältnis entstehen zu lassen. Wir hatten wunderschönes Wetter erwischt, so dass die Pausen zwischen den Workshops ausgiebig zum "Chillen" und gemeinsamen Unternehmungen in die Stadt wie zum Beispiel zum Eis essen genutzt wurden.  Es herrschte eine ruhige und entspannte Atmosphäre, die sich auf alle positiv ausgewirkt hat.

Ist ein Einstieg in die Gruppe noch möglich?

Ja, noch ist ein Einstieg in die Gruppe möglich – es sind noch Plätze frei. Wir tanzen seit April immer freitags von 14 bis 16 Uhr im großen Saal im Bürgerzentrum in Oranienburg (Albert-Buchmann-Str. 17, 16515 Oranienburg). Die Anmeldung erfolgt über mich (Frau Nekrasow, Jugendmigrationsdienst) unter 0175/ 22 354 34 oder i.nekrasow@lobetal.de.

Frau Nekrasow, wir bedanken uns für das Gespräch.

"Starke Teens" - Projekt des Duke of Edinburgh's International Award stärkt soziale Kompetenzen bei Jugendlichen

The Duke of Edinburgh's International Award bietet motivierten Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung die Gelegenheit, sich im Rahmen des Programms "Starke Teens" außerhalb des Schulcurriculums Herausforderungen zu stellen. Das Programm begleitet die Jugendlichen bei der Bewältigung der Herausforderungen und erkennt ihre Leistungen durch die Vergabe einer Auszeichnung an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen ihre Aktivitäten selbst, setzen ihre persönlichen Ziele und fordern sich selbst heraus, um diese zu erreichen, ganz nach dem Motto: „Du kannst mehr als du glaubst!“ (Kurt Hahn) Am Programm kann man im Alter zwischen 14 und 24 Jahren teilnehmen. Das Ziel von "Starke Teens" ist es, das Programm so einzuführen, dass es nach ein bis zwei Jahren mit wenig Aufwand eigenverantwortlich von den Schulen weitergeführt werden kann.

Chancen für Schülerinnen und Schüler:

• Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeitserfahrungen

• Selbstständigkeit

• echte Beteiligung, Übernahme von Verantwortung und Engagement

• Freude an Herausforderungen

• neue Freundschaften und Beziehungen

• Stärkung demokratischer Handlungskompetenz & sozialer Kompetenzen (21st century skills)

• Entwicklung und Stärkung von Unternehmungs- und Abenteuergeist, Freude an Naturerfahrungen und Sensibilität für nachhaltiges Leben im Alltag

• Selbstwahrnehmung und Bewusstsein von Stärken und Schwächen

• Entwicklung eines Selbstkonzepts, das auf Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein basiert

• Anerkennung und Wertschätzung der Persönlichkeit im Schulalltag

• Erhalt einer international anerkannten Auszeichnung

Mehr Informationen zum Programm "Starke Teens" erhalten Sie bei der Bildungskoordination.

Bundeszentrale für politische Bildung fördert Projekte zu den Themenschwerpunkten Migration, Integration und Teilhabe

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) fördert ab dem 1. Juli Modellprojekte zu den Themenschwerpunkten Migration, Integration und Teilhabe, die einen Beitrag zur Stärkung von Menschenwürde, Toleranz, Vielfalt und Demokratie leisten. In diesem Jahr würden diese Werte anlässlich des 70. Geburtstages des Grundgesetzes einmal mehr in den Fokus rücken, so die Bundeszentrale für politische Bildung.

Förderanträge können von Organisationen eingereicht werden, die über Kompetenzen in der Entwicklung und Umsetzung von Projekten der politischen Bildung im Themenfeld Migration, Integration, Teilhabe verfügen. Die BpB begrüßt insbesondere Anträge von Migrantenselbstorganisationen. Die Antragsfrist endet am 30.04.2019. Nähere Informationen zum Förderprogramm der BpB finden Sie hier. Die vollständige Übersicht der Fördermittel finden Sie auf der Webseite der Bildungskoordination unter Dokumenten.

Sprachcafé in Gransee gestartet

In Gransee gibt es seit Kurzem ein Sprachcafé. Dort haben Neuzugewanderte Gelegenheit, die in Sprachkursen erworbenen Deutsch-Sprachkenntnisse anzuwenden und Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen. Die entspannte Atmosphäre des Cafés Hillebrand und fachgerechte Begleitung durch eine Moderatorin unterstützen den Prozess des Spracherwerbs. Eingeladen sind alle an der kulturellen Begegnung interessierten Erwachsenen. Das Sprachcafé findet immer montags von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Rudolf-Breitscheit-Straße 39, 16775 Gransee statt. Die Bildungskoordination wünscht allen Beteiligten gutes Gelingen und viele fruchtbare Begegnungen!

"Betriebe gewillt, flexible Lösungen zu finden." - Ein Interview mit "Türöffner"-Programmleiterin Doreen Reichert über Ausbildungschancen und Herausforderungen für Neuzugewanderte

Doreen Reichert leitet seit einem guten Jahr das aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Landesprogramm "Türöffner: Zukunft Beruf“. Auf Vermittlung dieses Programms besuchen derzeit rund 30 Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Hennigsdorf verschiedene Betriebe im Landkreis Oberhavel. Unter den Teilnehmenden finden sich viele Neuzugewanderte der Berufsfachschule Grundbildung Plus-Klasse (BFS-G Plus). Für unseren Newsletter war die scheidende Projektleiterin zu einem kurzen Interview bereit.

Frau Reichert, welchen Auftrag verfolgt das Türöffner-Programm?

Unser Programmauftrag ist es, Schülerinnen und Schülern den oft steinigen Übergang zwischen Schule und Ausbildung oder Beruf zu erleichtern. Dazu bauen wir ein stetig wachsendes Netzwerk auf und vermitteln Angebote an unsere Zielgruppe. Ein wichtiger Baustein des praktischen Teils der Berufsfachschulen-Ausbildung ist der Besuch von Oberhaveler Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.

Warum ist dieser Baustein wichtig?

Durch die Betriebsbesuche sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die reale Arbeitswelt erhalten und ausloten, ob das dort vermittelte Berufsbild ihren Vorstellungen entspricht. Wir fragen allerdings vorher die Grundinteressen der Schülerinnen und Schüler ab – nicht jede oder jeder interessiert sich für ein bestimmtes Handwerk, sodass wir in kleineren Gruppen zu den Betrieben gehen.

Der Lehrbauhof in Oranienburg, ein Metall verarbeitender Betrieb in Germendorf und ein Dachdeckerbetrieb in Hennigsdorf standen bereits auf dem Programm, weitere Handwerks-, Verkehrs-, Logistik- und Pflegebetriebe folgen. Welche Zwischenbilanz ziehen Sie?

Praktische Übungen helfen den Teilnehmenden, eigene Kompetenzen realistischer einschätzen zu können und ermöglichen sogar, Talente sichtbar werden zu lassen. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Ein zugewanderter Schüler mit großem handwerklichem Geschick hat beispielsweise gleich einen Praktikumsplatz bei einem der Betriebe angeboten bekommen. Eine Schülerin hat unvermittelt einen Bekannten unter den Beschäftigten eines besuchten Betriebes entdeckt. Auch das trägt zur positiven Assoziation mit dem vorgestellten Berufsbild bei.

Mit Blick auf die Gruppe der Neuzugewanderten – in welchen Bereichen sehen Sie Herausforderungen?

Grundsätzlich sehen die Anforderungen der meisten Betriebe mindestens Deutsch-Sprachkenntnisse auf B1-Niveau vor. Das ist für viele Neuzugewanderte eine Hürde. Aber mit der richtigen Einstellung der Jugendlichen sind die meisten Betriebe nach meiner Erfahrung auch gewillt, flexible Lösungen gemeinsam zu finden. Das Ziel ist es, fähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzubauen. Allgemein fällt es Jugendlichen oft schwer, selbstständig Dinge in die Hand zu nehmen – auch wenn es die eigene berufliche Zukunft betrifft. Der Türöffner versucht hier, positive Anreize zu schaffen.

Frau Reichert, wir danken für das Gespräch.

Übersicht und Leitsystem von Fördertöpfen für Bildungs- und Integrationsmaßnahmen

Das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Kommunale Bildungskoordination für Neuzugewanderte" informiert über sprachliche und kulturelle Bildungsangebote für Neuzuwanderte im Landkreis Oberhavel, vernetzt haupt- und ehrenamtliche Bildungsakteure und richtet Koordinierungsstrukturen zur nachhaltigen Steuerung dieser Angebote ein.

Viele der Projekte für geflüchtete und neu zugewanderte Menschen werden dank finanzieller Förderung seitens der Europäischen Union, des Bundes, des Landes Brandenburg und einiger Stiftungen durchgeführt. Die Bildungskoordination hat eine detaillierte Übersicht von Fördertöpfen erstellt, aus denen verschiedenste Integrationsmaßnahmen finanziert werden.

Unser Leitsystem, das Sie im ersten Teil der Übersicht finden, hilft Ihnen, sich bei der großen Anzahl von Projektförderungen zurechtzufinden. Viele Förderungen richten sich an jeweils eine bestimmte Gruppe von Zuwendungsempfängern. Bei manchen "Fördertöpfen" muss der Unterschied zwischen Zuwendungsempfängern und der Empfängergruppe beachtet werden. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert. Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen wenden Sie sich gerne an die Bildungskoordination

Newsletter Bildung und Integration März 2019 erschienen

Die Newsletterausgabe kann hier heruntergeladen werden.

Förderung für integrative Kulturprojekte

Das Land Brandenburg fördert im Rahmen des Förderprogramms "Kulturelle Bildung und Partizipation" Projekte mit dem Schwerpunkt "Interkulturelle Vielfalt und Integration". Das Programm richtet sich an Kommunen sowie Kitas, Grundschulen, Kultureinrichtungen, Vereine, Verbände, gemeinnützige Gesellschaften und Stiftungen. Im Rahmen der zweiten Antragsrunde für Projekte in der zweiten Jahreshälfte können bis zum 15.05.2019 Anträge gestellt werden. 

In der ersten Förderlinie werden 35 einjährige Projekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Theater, Literatur, Museum, Musik und Fotografie mit einer Mindestfördersumme von 2.500 Euro unterstützt. Insgesamt stehen für diese Vorhaben rund 240.000 Euro zur Verfügung. In der zweiten Förderlinie werden fünf mehrjährige strukturbildende Maßnahmen vor Ort mit einer Mindestfördersumme von 20.000 Euro pro Jahr finanziert. Für die fünfjährigen Maßnahmen stehen insgesamt 115.000 Euro zur Verfügung.

Die Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg ist für die Umsetzung des Programms verantwortlich. Antragsformulare, Fördergrundsätze und weitere Details zur Antragsstellung finden Sie hier. Ein Informationstermin wird am 04.04.2019 von 10.00 bis 14.00 Uhr im Regine-Hildebrandt-Haus in Oranienburg (Sachsenhausener Straße 1) stattfinden.

Sensibilisierung gegen Islamismus: Schulworkshops verfügbar

Im März wurde in Potsdam das Präventionsprojekt "Reflect – Freiheit beginnt im Kopf" vorgestellt. Die zur allgemeinen Prävention und Sensibilisierung gegen Islamismus konzipierten Workshops werden in Bildungseinrichtungen Brandenburgs durchgeführt. Träger des vom "Bündnis für Brandenburg" geförderten Projektes ist die "Mansour Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention" des Autors und Psychologen Ahmad Mansour. "Reflect" richtet sich an junge, migrierte und geflüchtete Menschen und wird die Themen Gleichberechtigung, Männlichkeitskonzept, Islamverständnis und Antisemitismus behandeln.

Im Rahmen des Projekts lernen die Teilnehmenden, ihre bisherigen Einstellungen zu diskutieren, infrage zu stellen und ihre Ängste abzubauen. Ein Workshop dauert drei Schulstunden und beinhaltet kurze Rollenspiele. Im Rahmen des Projekts werden für das Lehrpersonal Fortbildungen angeboten. Mit diesen werden Lehrerinnen und Lehrer zum Umgang mit patriarchalischen Strukturen und religiösen Narrativen befähigt. An den Reflect-Fortbildungen können auch Schulsozialarbeitende, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Lehrkräfte von Integrationskursen teilnehmen.

Die Workshops des Projekts "Reflect" werden vom pädagogischen Personal sowie Psychologinnen und Psychologen mit muslimischen und Migrationshintergrund durchgeführt. Auf diese Weise könnten auch die Schülerinnen und Schüler, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, den Workshops folgen.

Weitere Details zur Durchführung von Workshops können bei den Bildungskoordinatoren erfragt werden.

Bewerbungsphase der START-Stiftung für Schülerstipendien

Noch bis zum 15. März 2019 läuft die Bewerbungsphase der Start-Stiftung für Schülerstipendien. Das Start-Leadership-Programm ist für herausragende Jugendliche mit Migrationserfahrung konzipiert. Im Rahmen des dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramms besuchen die Stipendiaten Veranstaltungen sowie Seminare und werden durch Landeskoordinatoren und -koordinatorinnen betreut. Auch durch die Finanzierung von Büchern, Schulmaterialien, Workshops, Internetgebühren sowie Bildungsausgaben sollen Potenziale und persönliche Entwicklung der geförderten Schülerinnen und Schüler entfaltet werden.

Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 21 Jahren, die seit höchstens fünf Jahren in Deutschland leben, deren Mutter oder Vater nach Deutschland zugewandert sind, die aktuell mindestens die 9. Klasse in Brandenburg besuchen, mindestens drei weitere Jahre auf eine allgemein- oder berufsbildende Schule gehen werden und Deutsch mindestens auf dem Niveau GER-B1 beherrschen. Das Programm sucht Schülerinnen und Schüler, die die Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen und bereit sind, am dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramm teilzunehmen.

Interessenten müssen sich auf der Webseite www.start-bewerbung.de registrieren, auf der sie anschließend die Fragen nach der Motivation beantworten, einen Fragebogen ausfüllen und benötigte Unterlagen hochladen können. Alle Details zum Bewerbungsprozess finden Sie unter folgendem Link: www.start-stiftung.de/programm/bewerbung/

Das START-Schülerstipendium ist die größte Bildungsinitiative für Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die START-Stiftung ist ein Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung und wird von über 120 Partnern unterstützt. Im Land Brandenburg wird das Stipendium gemeinsam mit dem Ministerium für Jugend, Bildung und Sport, der Deutschen Bank Stiftung, der DR. SCHNELL Chemie GmbH und den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) vergeben.

Ausbildungsbetriebe im Landkreis offen für Neuzugewanderte

"Etwa ein Fünftel unserer Auszubildenden sind Neuzugewanderte", freut sich Dirk Hagemann, Geschäftsführer des Lehrbauhofs in Oranienburg. Hier erhalten diese eine Ausbildung als Fliesenleger, Maurer oder Straßenbauer. Handwerklich hätten Neuzugewanderte einen Vorteil gegenüber in Deutschland aufgewachsenen Mitauszubildenden, weil in den Herkunftsländern viele Tätigkeiten noch in Handarbeit erledigt würden.

Offen für Neuzugewanderte präsentieren sich alle Ausbildungsbetriebe auf der diesjährigen Ausbildungsmesse YouLab in der TURM Erlebniscity in Oranienburg.

Eine der größten Baustellen, da sind sich die Vertreter von Handwerksbetrieben wie von Pflegeeinrichtungen einig, seien aber die Sprachkenntnisse der Neuzugewanderten. Hier würden sie sich eine bessere Sprachausbildung wünschen. Kenntnisse der Stufe B2 nach dem Europäischen Referenzrahmen seien nämlich Voraussetzung, um eine Ausbildung beginnen und dem Lehrstoff folgen zu können.

Weil jedoch Ausbildungskräfte in manchen Sparten händeringend gesucht werden, sind einige Betriebe bereit, auch Bewerbungen mit B1-Sprachkenntnissen zuzulassen. Sie erwarten dann aber von ihren Auszubildenden, dass die fehlenden Sprachkenntnisse außerhalb der Arbeitszeit nachgeholt werden. Dafür gibt es Instrumente wie die Sprachförderung der "Assistierten Ausbildung" (AsA) oder Spezialkurse, wie sie die Kreisvolkshochschule Oberhavel für Pflegekräfte anbietet.

Laut Bianca Rehse, Leiterin der AGUS Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe Oberhavel GmbH, besteht ein großes Interesse an einem 200 Stunden umfassenden Pflege-Kurs. Der förderungsfähige Kurs verschafft den Neuzugewanderten ein gutes Basisgrundwissen in der Pflege und einen Einstieg in die Gesundheitswirtschaft.

Vor allem Neuzugewanderte ohne Nachweis eines Schulabschlusses können darüber erste Erfahrungen im Tätigkeitsfeld der Pflege erlangen.

Interessierte können sich an folgende Adressen wenden:

AGUS Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe Oberhavel GmbH: Willy-Brandt-Straße 20, 16515 Oranienburg, Tel. 03301/40270-0, Akademie.Oranienburg@agus.de

Kreisvolkshochschule Oberhavel: Havelstraße 18, 16515 Oranienburg, Tel. 03301/601-5752, kvhs@oberhavel.de

Lehrbauhof Oranienburg: Dr.-Heinrich-Byk-Straße 5, 16515 Oranienburg, Tel. 03301/523860, lehrbauhof-orbg@gmx.de

Newsletter Bildung und Integration Februar 2019 erschienen

Die Newsletterausgabe kann hier heruntergeladen werden.

Zuwendungen zur Förderung der sozialen Beratung und Betreuung von Geflüchteten

Der Landkreis gewährt entsprechend der Richtlinie vom 15.07.2015 Zuwendungen zur Förderung der sozialen Beratung und Betreuung von Geflüchteten. Zum Gegenstand der Förderung gehören u. a. Willkommens- und Austausch-veranstaltungen, Informationsangebote, Orientierungshilfen, betreuende und begleitende Angebote.

Zuwendungsempfänger sind die dem Landkreis Oberhavel angehörenden amtsfreien Städte und Gemeinde sowie das Amt Gransee und Gemeinden. Die im Landkreis Oberhavel tätige gemeinnützige, rechtsfähige Vereine, Verbände und Gesellschaften, gGmbHs, Stiftungen, Initiativen oder Einzelpersonen (hier vornehmlich Ehrenamtsinhaber) können als Letztempfänger ihre Zuwendungsanträge an die zuständigen Stadtverwaltungen, Gemeinden bzw. das Amt Gransee und Gemeinden richten.

Gegenstand der Förderung können insbesondere nachfolgende Maßnahmen / Veranstaltungen / Angebote sein:

  • Willkommens-, Begegnungs- und Austauschveranstaltungen
  • beratende sowie Informationsangebote
  • Bereitstellung von Orientierungshilfen
  • betreuende und begleitende Angebote, insbesondere für die betreffenden Kinder (beispielsweise Hausaufgabenhilfen, Begleitungen im öffentlichen Personennahverkehr)
  • Angebote zur Überwindung sprachlicher Barrieren
  • Stärkung der Selbsthilfe
  • Maßnahmen zur Gewinnung, Einbeziehung und Unterstützung in diesem Bereich ehrenamtlich tätiger Personen

Kontaktinformationen zu den jeweiligen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden des Landkreises können bei den Kommunalen Bildungskoordinatoren erfragt werden.

Expertentreffen zu Herausforderungen bei Sprachkursen für Neuzugewanderte

Am 16. Januar 2019 fand in Oranienburg das 6. Fachnetzwerktreffen zum Thema Sprache statt.

Am Austausch zu Sprach- und Integrationskursen für Neuzugewanderte beteiligten sich Vertreter von Bildungsträgern, der Integrationsberatung, des Jugendamtes, des Jobcenters Oberhavel sowie einer Willkommensinitiative. Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens standen die aktuellen Herausforderungen bei der Durchführung von Sprach- und Integrationskursen im Landkreis Oberhavel. Zu solchen zählen zum Beispiel die fehlenden Angebote für beschäftigte Geflüchtete. In diesem Zusammenhang diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Möglichkeiten der Ansetzung von Abendkursen.

Die Option einer engeren Zusammenarbeit mit Arbeitgebern kam ebenfalls zur Sprache. Eine wichtige Herausforderung besteht in den oftmals mangelhaften Sprachkenntnissen von Jugendlichen. Hingewiesen wurde unter anderem auf die Notwendigkeit der weiteren Förderangebote für diese Zielgruppe. Auf der Agenda der Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen zudem die Problematik der großen Entfernungen zwischen den Unterkünften und den Bildungseinrichtungen sowie die auftretenden Probleme bei der Kinderbetreuung.

Der Migrationspsychologe des Landkreises, Dr. Said Ibaidi, machte in seinem Vortrag auf die oft zu beobachtenden psychischen Beeinträchtigungen bei den Neuzugewanderten aufmerksam. Die Menschen seien in vielen Fällen traumatisiert und müssten parallel zu den Integrationsmaßnahmen psychologisch aufgebaut werden. 

Fachnetzwerktreffen Sprache am 16. Januar 2019.

© Landkreis Oberhavel/Juri Galperin

Tatjana Stuchly (Stadt Hennigsdorf) berichtete den Anwesenden über das erst vor einigen Wochen gestartete Projekt "Vielfalt als Chance". Das durch das Landesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt hat sich als Ziel die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten gesetzt. Im Rahmen des Projektes sollen in den kommenden drei Jahren die an der Arbeitsmarktintegration beteiligten Institutionen, Beratungseinrichtungen und Behörden vernetzt werden. Vorhandene und geplante arbeitsmarktpolitische Angebote in Hennigsdorf, Velten und Oberkrämer sollen transparenter gemacht werden. Auf diese Weise sollen Menschen mit Fluchterfahrung schneller in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden beziehungsweise einen Praktikums- oder einen Ausbildungsplatz bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der individuellen Unterstützung und Begleitung von Geflüchteten, welche in dem genannten Einzugsgebiet leben. Auf diese Weise sollen ihre Beschäftigungsaussichten verbessert werden. 

Marina Meyer beschrieb in ihrem Vortrag den Prozess der Interkulturellen Öffnung des Jobcenters Oberhavel. Die mit dem Prozess eingehenden Schulungen und Trainingsmaßnahmen zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters bezwecken einen gleichberechtigten und ungehinderten Zugang der Neuzugewanderten zu den Dienstleistungen des Jobcenters.

Das im Jahr 2017 gegründete Netzwerk agiert im Rahmen der Integrationsstrategie des Landkreises Oberhavel und wird von den Kommunalen Bildungskoordinatoren begleitet.