Hilfsnavigation

Logo Landkreis Oberhavel - direkt drüber
Die Weltkarte

Aktuelle Meldungen der Bildungskoordinatoren

Auf dieser Seite finden Sie regelmäßig aktuelle Meldungen der Bildungskoordinatoren des Landkreises Oberhavel.

"Tag der Vereine" in Fürstenberg

Am Samstag, 04.05.2019, wird zwischen 13.00 und 18.00 Uhr der “Tag der Vereine“ an der Fürstenberger Festwiese stattfinden. Mit der Veranstaltung möchten die Organisatoren vom Jugendclub Treff`92 allen Fürstenbergerinnen und Fürstenbergern eine große Fülle von Freizeitangeboten in der Stadt vorstellen. Mit ihrer Präsentation wollen die Fürstenberger Vereine nicht nur Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihren Aktivitäten, sondern auch Neumitglieder gewinnen.

Viele Neuzugewanderte haben bereits mehrere Freizeitangebote der Havelstadt kennengelernt, die aus Sicht der Bildungskoordination einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. Der "Tag der Vereine" bietet ihnen eine zusätzliche Möglichkeit, sich über vielfältige Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu informieren.  

Bundeszentrale für politische Bildung fördert Projekte zu den Themenschwerpunkten Migration, Integration und Teilhabe

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) fördert ab dem 1. Juli Modellprojekte zu den Themenschwerpunkten Migration, Integration und Teilhabe, die einen Beitrag zur Stärkung von Menschenwürde, Toleranz, Vielfalt und Demokratie leisten. In diesem Jahr würden diese Werte anlässlich des 70. Geburtstages des Grundgesetzes einmal mehr in den Fokus rücken, so die Bundeszentrale für politische Bildung.

Förderanträge können von Organisationen eingereicht werden, die über Kompetenzen in der Entwicklung und Umsetzung von Projekten der politischen Bildung im Themenfeld Migration, Integration, Teilhabe verfügen. Die BpB begrüßt insbesondere Anträge von Migrantenselbstorganisationen. Die Antragsfrist endet am 30.04.2019. Nähere Informationen zum Förderprogramm der BpB finden Sie hier. Die vollständige Übersicht der Fördermittel finden Sie auf der Webseite der Bildungskoordination unter Dokumenten.

Sprachcafé in Gransee gestartet

In Gransee gibt es seit Kurzem ein Sprachcafé. Dort haben Neuzugewanderte Gelegenheit, die in Sprachkursen erworbenen Deutsch-Sprachkenntnisse anzuwenden und Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen. Die entspannte Atmosphäre des Cafés Hillebrand und fachgerechte Begleitung durch eine Moderatorin unterstützen den Prozess des Spracherwerbs. Eingeladen sind alle an der kulturellen Begegnung interessierten Erwachsenen. Das Sprachcafé findet immer montags von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Rudolf-Breitscheit-Straße 39, 16775 Gransee statt. Die Bildungskoordination wünscht allen Beteiligten gutes Gelingen und viele fruchtbare Begegnungen!

"Betriebe gewillt, flexible Lösungen zu finden." - Ein Interview mit "Türöffner"-Programmleiterin Doreen Reichert über Ausbildungschancen und Herausforderungen für Neuzugewanderte

Doreen Reichert leitet seit einem guten Jahr das aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Landesprogramm "Türöffner: Zukunft Beruf“. Auf Vermittlung dieses Programms besuchen derzeit rund 30 Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Hennigsdorf verschiedene Betriebe im Landkreis Oberhavel. Unter den Teilnehmenden finden sich viele Neuzugewanderte der Berufsfachschule Grundbildung Plus-Klasse (BFS-G Plus). Für unseren Newsletter war die scheidende Projektleiterin zu einem kurzen Interview bereit.

Frage: Frau Reichert, welchen Auftrag verfolgt das Türöffner-Programm?

Unser Programmauftrag ist es, Schülerinnen und Schülern den oft steinigen Übergang zwischen Schule und Ausbildung oder Beruf zu erleichtern. Dazu bauen wir ein stetig wachsendes Netzwerk auf und vermitteln Angebote an unsere Zielgruppe. Ein wichtiger Baustein des praktischen Teils der Berufsfachschulen-Ausbildung ist der Besuch von Oberhaveler Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.

Frage: Warum ist dieser Baustein wichtig?

Durch die Betriebsbesuche sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die reale Arbeitswelt erhalten und ausloten, ob das dort vermittelte Berufsbild ihren Vorstellungen entspricht. Wir fragen allerdings vorher die Grundinteressen der Schülerinnen und Schüler ab – nicht jede oder jeder interessiert sich für ein bestimmtes Handwerk, sodass wir in kleineren Gruppen zu den Betrieben gehen.

Frage: Der Lehrbauhof in Oranienburg, ein Metall verarbeitender Betrieb in Germendorf und ein Dachdeckerbetrieb in Hennigsdorf standen bereits auf dem Programm, weitere Handwerks-, Verkehrs-, Logistik- und Pflegebetriebe folgen. Welche Zwischenbilanz ziehen Sie?

Praktische Übungen helfen den Teilnehmenden, eigene Kompetenzen realistischer einschätzen zu können und ermöglichen sogar, Talente sichtbar werden zu lassen. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Ein zugewanderter Schüler mit großem handwerklichen Geschick hat beispielsweise gleich einen Praktikumsplatz bei einem der Betriebe angeboten bekommen. Eine Schülerin hat unvermittelt einen Bekannten unter den Beschäftigten eines besuchten Betriebes entdeckt. Auch das trägt zur positiven Assoziation mit dem vorgestellten Berufsbild bei.

Frage: Mit Blick auf die Gruppe der Neuzugewanderten – in welchen Bereichen sehen Sie Herausforderungen?

Grundsätzlich sehen die Anforderungen der meisten Betriebe mindestens Deutsch-Sprachkenntnisse auf B1-Niveau vor. Das ist für viele Neuzugewanderte eine Hürde. Aber mit der richtigen Einstellung der Jugendlichen sind die meisten Betriebe nach meiner Erfahrung auch gewillt, flexible Lösungen gemeinsam zu finden. Das Ziel ist es, fähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzubauen. Allgemein fällt es Jugendlichen oft schwer, selbstständig Dinge in die Hand zu nehmen – auch wenn es die eigene berufliche Zukunft betrifft. Der Türöffner versucht hier, positive Anreize zu schaffen.

Frau Reichert, wir danken für das Gespräch.

Übersicht und Leitsystem von Fördertöpfen für Bildungs- und Integrationsmaßnahmen

Das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Kommunale Bildungskoordination für Neuzugewanderte" informiert über sprachliche und kulturelle Bildungsangebote für Neuzuwanderte im Landkreis Oberhavel, vernetzt haupt- und ehrenamtliche Bildungsakteure und richtet Koordinierungsstrukturen zur nachhaltigen Steuerung dieser Angebote ein.

Viele der Projekte für geflüchtete und neu zugewanderte Menschen werden dank finanzieller Förderung seitens der Europäischen Union, des Bundes, des Landes Brandenburg und einiger Stiftungen durchgeführt. Die Bildungskoordination hat eine detaillierte Übersicht von Fördertöpfen erstellt, aus denen verschiedenste Integrationsmaßnahmen finanziert werden.

Unser Leitsystem, das Sie im ersten Teil der Übersicht finden, hilft Ihnen, sich bei der großen Anzahl von Projektförderungen zurechtzufinden. Viele Förderungen richten sich an jeweils eine bestimmte Gruppe von Zuwendungsempfängern. Bei manchen "Fördertöpfen" muss der Unterschied zwischen Zuwendungsempfängern und der Empfängergruppe beachtet werden. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert. Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen wenden Sie sich gerne an die Bildungskoordination

Newsletter Bildung und Integration März 2019 erschienen

Die Newsletterausgabe kann hier heruntergeladen werden.

Förderung für integrative Kulturprojekte

Das Land Brandenburg fördert im Rahmen des Förderprogramms "Kulturelle Bildung und Partizipation" Projekte mit dem Schwerpunkt "Interkulturelle Vielfalt und Integration". Das Programm richtet sich an Kommunen sowie Kitas, Grundschulen, Kultureinrichtungen, Vereine, Verbände, gemeinnützige Gesellschaften und Stiftungen. Im Rahmen der zweiten Antragsrunde für Projekte in der zweiten Jahreshälfte können bis zum 15.05.2019 Anträge gestellt werden. 

In der ersten Förderlinie werden 35 einjährige Projekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Theater, Literatur, Museum, Musik und Fotografie mit einer Mindestfördersumme von 2.500 Euro unterstützt. Insgesamt stehen für diese Vorhaben rund 240.000 Euro zur Verfügung. In der zweiten Förderlinie werden fünf mehrjährige strukturbildende Maßnahmen vor Ort mit einer Mindestfördersumme von 20.000 Euro pro Jahr finanziert. Für die fünfjährigen Maßnahmen stehen insgesamt 115.000 Euro zur Verfügung.

Die Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg ist für die Umsetzung des Programms verantwortlich. Antragsformulare, Fördergrundsätze und weitere Details zur Antragsstellung finden Sie hier. Ein Informationstermin wird am 04.04.2019 von 10.00 bis 14.00 Uhr im Regine-Hildebrandt-Haus in Oranienburg (Sachsenhausener Straße 1) stattfinden.

Sensibilisierung gegen Islamismus: Schulworkshops verfügbar

Im März wurde in Potsdam das Präventionsprojekt "Reflect – Freiheit beginnt im Kopf" vorgestellt. Die zur allgemeinen Prävention und Sensibilisierung gegen Islamismus konzipierten Workshops werden in Bildungseinrichtungen Brandenburgs durchgeführt. Träger des vom "Bündnis für Brandenburg" geförderten Projektes ist die "Mansour Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention" des Autors und Psychologen Ahmad Mansour. "Reflect" richtet sich an junge, migrierte und geflüchtete Menschen und wird die Themen Gleichberechtigung, Männlichkeitskonzept, Islamverständnis und Antisemitismus behandeln.

Im Rahmen des Projekts lernen die Teilnehmenden, ihre bisherigen Einstellungen zu diskutieren, infrage zu stellen und ihre Ängste abzubauen. Ein Workshop dauert drei Schulstunden und beinhaltet kurze Rollenspiele. Im Rahmen des Projekts werden für das Lehrpersonal Fortbildungen angeboten. Mit diesen werden Lehrerinnen und Lehrer zum Umgang mit patriarchalischen Strukturen und religiösen Narrativen befähigt. An den Reflect-Fortbildungen können auch Schulsozialarbeitende, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Lehrkräfte von Integrationskursen teilnehmen.

Die Workshops des Projekts "Reflect" werden vom pädagogischen Personal sowie Psychologinnen und Psychologen mit muslimischen und Migrationshintergrund durchgeführt. Auf diese Weise könnten auch die Schülerinnen und Schüler, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, den Workshops folgen.

Weitere Details zur Durchführung von Workshops können bei den Bildungskoordinatoren erfragt werden.

Bewerbungsphase der START-Stiftung für Schülerstipendien

Noch bis zum 15. März 2019 läuft die Bewerbungsphase der Start-Stiftung für Schülerstipendien. Das Start-Leadership-Programm ist für herausragende Jugendliche mit Migrationserfahrung konzipiert. Im Rahmen des dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramms besuchen die Stipendiaten Veranstaltungen sowie Seminare und werden durch Landeskoordinatoren und -koordinatorinnen betreut. Auch durch die Finanzierung von Büchern, Schulmaterialien, Workshops, Internetgebühren sowie Bildungsausgaben sollen Potenziale und persönliche Entwicklung der geförderten Schülerinnen und Schüler entfaltet werden.

Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 21 Jahren, die seit höchstens fünf Jahren in Deutschland leben, deren Mutter oder Vater nach Deutschland zugewandert sind, die aktuell mindestens die 9. Klasse in Brandenburg besuchen, mindestens drei weitere Jahre auf eine allgemein- oder berufsbildende Schule gehen werden und Deutsch mindestens auf dem Niveau GER-B1 beherrschen. Das Programm sucht Schülerinnen und Schüler, die die Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen und bereit sind, am dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramm teilzunehmen.

Interessenten müssen sich auf der Webseite www.start-bewerbung.de registrieren, auf der sie anschließend die Fragen nach der Motivation beantworten, einen Fragebogen ausfüllen und benötigte Unterlagen hochladen können. Alle Details zum Bewerbungsprozess finden Sie unter folgendem Link: www.start-stiftung.de/programm/bewerbung/

Das START-Schülerstipendium ist die größte Bildungsinitiative für Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die START-Stiftung ist ein Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung und wird von über 120 Partnern unterstützt. Im Land Brandenburg wird das Stipendium gemeinsam mit dem Ministerium für Jugend, Bildung und Sport, der Deutschen Bank Stiftung, der DR. SCHNELL Chemie GmbH und den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) vergeben.

Ausbildungsbetriebe im Landkreis offen für Neuzugewanderte

"Etwa ein Fünftel unserer Auszubildenden sind Neuzugewanderte", freut sich Dirk Hagemann, Geschäftsführer des Lehrbauhofs in Oranienburg. Hier erhalten diese eine Ausbildung als Fliesenleger, Maurer oder Straßenbauer. Handwerklich hätten Neuzugewanderte einen Vorteil gegenüber in Deutschland aufgewachsenen Mitauszubildenden, weil in den Herkunftsländern viele Tätigkeiten noch in Handarbeit erledigt würden.

Offen für Neuzugewanderte präsentieren sich alle Ausbildungsbetriebe auf der diesjährigen Ausbildungsmesse YouLab in der TURM Erlebniscity in Oranienburg.

Eine der größten Baustellen, da sind sich die Vertreter von Handwerksbetrieben wie von Pflegeeinrichtungen einig, seien aber die Sprachkenntnisse der Neuzugewanderten. Hier würden sie sich eine bessere Sprachausbildung wünschen. Kenntnisse der Stufe B2 nach dem Europäischen Referenzrahmen seien nämlich Voraussetzung, um eine Ausbildung beginnen und dem Lehrstoff folgen zu können.

Weil jedoch Ausbildungskräfte in manchen Sparten händeringend gesucht werden, sind einige Betriebe bereit, auch Bewerbungen mit B1-Sprachkenntnissen zuzulassen. Sie erwarten dann aber von ihren Auszubildenden, dass die fehlenden Sprachkenntnisse außerhalb der Arbeitszeit nachgeholt werden. Dafür gibt es Instrumente wie die Sprachförderung der "Assistierten Ausbildung" (AsA) oder Spezialkurse, wie sie die Kreisvolkshochschule Oberhavel für Pflegekräfte anbietet.

Laut Bianca Rehse, Leiterin der AGUS Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe Oberhavel GmbH, besteht ein großes Interesse an einem 200 Stunden umfassenden Pflege-Kurs. Der förderungsfähige Kurs verschafft den Neuzugewanderten ein gutes Basisgrundwissen in der Pflege und einen Einstieg in die Gesundheitswirtschaft.

Vor allem Neuzugewanderte ohne Nachweis eines Schulabschlusses können darüber erste Erfahrungen im Tätigkeitsfeld der Pflege erlangen.

Interessierte können sich an folgende Adressen wenden:

AGUS Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe Oberhavel GmbH: Willy-Brandt-Straße 20, 16515 Oranienburg, Tel. 03301/40270-0, Akademie.Oranienburg@agus.de

Kreisvolkshochschule Oberhavel: Havelstraße 18, 16515 Oranienburg, Tel. 03301/601-5752, kvhs@oberhavel.de

Lehrbauhof Oranienburg: Dr.-Heinrich-Byk-Straße 5, 16515 Oranienburg, Tel. 03301/523860, lehrbauhof-orbg@gmx.de

Newsletter Bildung und Integration Februar 2019 erschienen

Die Newsletterausgabe kann hier heruntergeladen werden.

Zuwendungen zur Förderung der sozialen Beratung und Betreuung von Geflüchteten

Der Landkreis gewährt entsprechend der Richtlinie vom 15.07.2015 Zuwendungen zur Förderung der sozialen Beratung und Betreuung von Geflüchteten. Zum Gegenstand der Förderung gehören u. a. Willkommens- und Austausch-veranstaltungen, Informationsangebote, Orientierungshilfen, betreuende und begleitende Angebote.

Zuwendungsempfänger sind die dem Landkreis Oberhavel angehörenden amtsfreien Städte und Gemeinde sowie das Amt Gransee und Gemeinden. Die im Landkreis Oberhavel tätige gemeinnützige, rechtsfähige Vereine, Verbände und Gesellschaften, gGmbHs, Stiftungen, Initiativen oder Einzelpersonen (hier vornehmlich Ehrenamtsinhaber) können als Letztempfänger ihre Zuwendungsanträge an die zuständigen Stadtverwaltungen, Gemeinden bzw. das Amt Gransee und Gemeinden richten.

Gegenstand der Förderung können insbesondere nachfolgende Maßnahmen / Veranstaltungen / Angebote sein:

  • Willkommens-, Begegnungs- und Austauschveranstaltungen
  • beratende sowie Informationsangebote
  • Bereitstellung von Orientierungshilfen
  • betreuende und begleitende Angebote, insbesondere für die betreffenden Kinder (beispielsweise Hausaufgabenhilfen, Begleitungen im öffentlichen Personennahverkehr)
  • Angebote zur Überwindung sprachlicher Barrieren
  • Stärkung der Selbsthilfe
  • Maßnahmen zur Gewinnung, Einbeziehung und Unterstützung in diesem Bereich ehrenamtlich tätiger Personen

Kontaktinformationen zu den jeweiligen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden des Landkreises können bei den Kommunalen Bildungskoordinatoren erfragt werden.

Expertentreffen zu Herausforderungen bei Sprachkursen für Neuzugewanderte

Am 16. Januar 2019 fand in Oranienburg das 6. Fachnetzwerktreffen zum Thema Sprache statt.

Am Austausch zu Sprach- und Integrationskursen für Neuzugewanderte beteiligten sich Vertreter von Bildungsträgern, der Integrationsberatung, des Jugendamtes, des Jobcenters Oberhavel sowie einer Willkommensinitiative. Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens standen die aktuellen Herausforderungen bei der Durchführung von Sprach- und Integrationskursen im Landkreis Oberhavel. Zu solchen zählen zum Beispiel die fehlenden Angebote für beschäftigte Geflüchtete. In diesem Zusammenhang diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Möglichkeiten der Ansetzung von Abendkursen.

Die Option einer engeren Zusammenarbeit mit Arbeitgebern kam ebenfalls zur Sprache. Eine wichtige Herausforderung besteht in den oftmals mangelhaften Sprachkenntnissen von Jugendlichen. Hingewiesen wurde unter anderem auf die Notwendigkeit der weiteren Förderangebote für diese Zielgruppe. Auf der Agenda der Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen zudem die Problematik der großen Entfernungen zwischen den Unterkünften und den Bildungseinrichtungen sowie die auftretenden Probleme bei der Kinderbetreuung.

Der Migrationspsychologe des Landkreises, Dr. Said Ibaidi, machte in seinem Vortrag auf die oft zu beobachtenden psychischen Beeinträchtigungen bei den Neuzugewanderten aufmerksam. Die Menschen seien in vielen Fällen traumatisiert und müssten parallel zu den Integrationsmaßnahmen psychologisch aufgebaut werden. 

Fachnetzwerktreffen Sprache am 16. Januar 2019.

© Landkreis Oberhavel/Juri Galperin

Tatjana Stuchly (Stadt Hennigsdorf) berichtete den Anwesenden über das erst vor einigen Wochen gestartete Projekt "Vielfalt als Chance". Das durch das Landesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt hat sich als Ziel die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten gesetzt. Im Rahmen des Projektes sollen in den kommenden drei Jahren die an der Arbeitsmarktintegration beteiligten Institutionen, Beratungseinrichtungen und Behörden vernetzt werden. Vorhandene und geplante arbeitsmarktpolitische Angebote in Hennigsdorf, Velten und Oberkrämer sollen transparenter gemacht werden. Auf diese Weise sollen Menschen mit Fluchterfahrung schneller in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden beziehungsweise einen Praktikums- oder einen Ausbildungsplatz bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der individuellen Unterstützung und Begleitung von Geflüchteten, welche in dem genannten Einzugsgebiet leben. Auf diese Weise sollen ihre Beschäftigungsaussichten verbessert werden. 

Marina Meyer beschrieb in ihrem Vortrag den Prozess der Interkulturellen Öffnung des Jobcenters Oberhavel. Die mit dem Prozess eingehenden Schulungen und Trainingsmaßnahmen zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters bezwecken einen gleichberechtigten und ungehinderten Zugang der Neuzugewanderten zu den Dienstleistungen des Jobcenters.

Das im Jahr 2017 gegründete Netzwerk agiert im Rahmen der Integrationsstrategie des Landkreises Oberhavel und wird von den Kommunalen Bildungskoordinatoren begleitet.