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Grußwort zum Jahreswechsel von Landrat Ludger Weskamp an die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Oberhavel

Landrat Ludger Weskamp

© Landkeis Oberhavel

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Oberhavel,

wieder geht ein Jahr zu Ende – und was für ein Jahr! Für die allermeisten von uns waren es emotionale, ungewöhnliche und vor allem kaum planbare zwölf Monate. Auf vieles, das uns bisher selbstverständlich erschien, haben wir von jetzt auf gleich verzichten müssen. Der schon gebuchte Urlaub, der Kino-, Theater- oder Restaurantbesuch, sogar das Treffen mit den Liebsten war plötzlich nicht mehr möglich. Viele Menschen in Oberhavel haben neben diesen Einschränkungen zugleich wirtschaftliche Verluste hinnehmen müssen, haben Zeiten der Kurzarbeit erlebt oder sogar ihren Arbeitsplatz verloren. Ob Familie, Hobby oder Beruf: Unser Alltag hat sich völlig verändert. Schuld ist ein unscheinbares Virus, das die Welt buchstäblich auf den Kopf gestellt hat.

Mich persönlich lässt dieses Jahr daher ein Stück weit demütig und vor allem sehr dankbar zurückblicken. Dankbar gegenüber den vielen Menschen in unserer Region, die engagiert, umsichtig und verantwortungsvoll mit dem Virus und seinen Auswirkungen umgegangen sind. Ob in Kita, Schule oder an der Kasse im Supermarkt, ob in den Pflegeeinrichtungen oder im Öffentlichen Nahverkehr, ob in Werkstätten oder Betrieben, in Handwerks- oder anderen Berufen – als es darauf ankam, hat Oberhavel Stärke und Zusammenhalt bewiesen. Die allermeisten von Ihnen haben Rücksicht genommen, haben aufeinander Acht gegeben und waren füreinander da. Nicht nur bei meiner Sommertour durch den Landkreis, sondern in zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, Geschäftsleuten, Vereinsmitgliedern und in der Kommunalpolitik konnte ich mich davon immer wieder überzeugen.

Die Bilder von überfüllten Krankenhäusern sind uns in Deutschland und auch in Oberhavel bisher zum Glück erspart geblieben. Zu verdanken haben wir das allen Menschen, die sich vorbildlich an die notwendigen Regeln gehalten und Verständnis für die Einschränkungen gezeigt haben. Zu verdanken haben wir das zugleich den Mitarbeitenden in den vielen Arztpraxen im Landkreis, in den Kliniken und natürlich in unserem Gesundheitsamt. Die Unterstützung und der Zuspruch, den wir hier erfahren, gerade durch die Bundeswehr, gibt unseren Kolleginnen und Kollegen Kraft und Mut. Dabei fühlten und fühlen sich die Mitarbeitenden im Gesundheitsamt stets den Menschen in Oberhavel und ihrer Gesundheit verpflichtet. Wichtig ist jetzt, dass wir alle in Oberhavel uns weiterhin an die Regeln halten, vorsichtig sind und aufeinander Rücksicht nehmen.

Landrat Ludger Weskamp dankt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt.

© Landkreis Oberhavel

Zugute kam und kommt uns in Oberhavel, dass der Landkreis für Krisensituationen gut gerüstet ist. Das gilt auch für unsere kreiseigenen Unternehmen wie die Oberhavel Kliniken, die AWU oder die OVG. Trotz der pandemiebedingten zusätzlichen Ausgaben bleibt die Haushaltslage des Landkreises Oberhavel weiterhin stabil. Dies ist der guten Finanzlage der vergangenen Haushaltsjahre und der nach wie vor starken Wirtschaftskraft des Kreises zu verdanken.

Schon 2020 sind wir – abseits von Corona – einen ordentlichen Schritt vorangekommen. Das gilt ganz besonders für Investitionen in das Herzstück unserer Kreispolitik: eine moderne und leistungsstarke Bildungslandschaft. Die Sanierung der Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg haben wir nach rund dreijähriger Bauzeit abgeschlossen. Dem Anbau am Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasium konnten wir bereits die Richtkrone aufsetzen. Sogar eine gänzlich neue Oberschule haben wir im August in Lehnitz ans Netz genommen. Das Hennigsdorfer Oberstufenzentrum ist nach dem Brandschaden vor einem Jahr saniert und wieder betriebsbereit. Ein verlässlicher Partner in Sachen Bildung wird der Landkreis Oberhavel auch weiterhin sein: Zu den größten Projekten für das Jahr 2021 zählen der Neubau der Barbara-Zürner-Oberschule in Velten und der Umbau der Oberschule in Lehnitz, der Neubau der Dreifeldsporthalle an der Torhorst-Gesamtschule und der Neubau der Exin-Förderschule in Zehdenick.

Ein Schwerpunkt im Jahr 2020 war auch die digitale Ausstattung unserer Schulen. Das hohe Niveau an Investitionen in die IT-Ausstattung haben wir gehalten, zusätzliche Endgeräte konnten beschafft, Webseiten erneuert und das WLAN ausgebaut werden. Dank des Digitalpakts werden wir ab 2021 noch mehr investieren können, um die Voraussetzungen für Digitalunterricht und Distanzlernen an allen Schulen des Landkreises Oberhavel zu schaffen. Alle Anträge sind gestellt, die ersten Fördermittel haben wir bereits erhalten.

Landrat Ludger Weskamp und Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner bei der Unterzeichnung des neuen Kitavertrags.

© Landkreis Oberhavel

Weil Kinderbetreuung aber lange vor dem Schulalter beginnt, haben wir uns in diesem Jahr verstärkt den Allerjüngsten gewidmet: Ein Kraftakt, der erfolgreich abgeschlossen ist, war der Kitavertrag. Er regelt auf lange Sicht die Aufgaben der Kinderbetreuung zwischen dem Landkreis und den kreisangehörigen Kommunen. Der landkreisumfassende Kitabedarfsplan sichert den Bestand der Betreuungseinrichtungen und wird künftig ein wichtiges Steuerungsinstrument für die Entwicklung der Kitalandschaft in Oberhavel sein.

Soziale Unterstützung hat der Landkreis Oberhavel auch an anderer Stelle im Jahr 2020 in einem erheblichen Umfang geleistet: Mehr als 11.000 Menschen kamen schon bis zum September Leistungsbezüge von insgesamt mehr als 51 Millionen Euro für den Lebensunterhalt zugute. Für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt sind im gleichen Zeitraum knapp 6,8 Millionen Euro aufgewendet worden. Diese Zahlen machen deutlich, welche große Bedeutung die Aufgabenerledigung für einen nicht unerheblichen Anteil der Bevölkerung in Oberhavel hat.

Neben unserer sozialen Verantwortung bleibt es ebenfalls eine vordere Aufgabe, auch die Infrastruktur in Oberhavel weiter zu stärken. Für den Neubau der Rettungswache in Hennigsdorf konnten wir kürzlich bereits das Richtfest begehen. Für die Reaktivierung der Heidekrautbahn auf der stillgelegten Strecke zwischen Wensickendorf und Liebenwalde haben wir in diesem Jahr gemeinsam mit Partnern eine Voruntersuchung auf den Weg bringen können. Für das neue Technik- und Ausbildungszentrum für den Brand- und Katastrophenschutz (TAZ), welches das neue Herzstück für die Feuerwehren Oberhavels werden wird, sind die Planungen weit vorangeschritten und schon viele Aufträge an Fachfirmen vergeben. Im Jahr 2021 werden der Neubau der Rettungswache in Schönfließ beginnen, die Brandschutzeinheit um einen vierten Zug erweitert und Arbeiten in Vorbereitung des Businessparks III in Velten vorankommen. Allein für den Straßen- und Wegebau im Landkreis stehen 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Und auch für den Breitbandausbau erhoffen wir uns ein gutes Vorankommen.

So wird das neue Technik- und Ausbildungszentrum (TAZ) für den Brand- und Katastrophenschutz Oberhavel aussehen.

© Landkreis Oberhavel

Viel investiert haben wir im vergangenen Jahr auch in einen verbesserten und nachhaltigen Umweltschutz: Mit der Einführung der Biotonne ist ein weiterer Schritt für eine sinnvolle Abfallverwertung getan. Schon seit Januar gehört die Gelbe Tonne längst zu einem gewohnten Bild in Oberhavels Straßen und trägt dazu bei, Abfälle zu vermeiden. Mit Aspekten der CO2-Vermeidung setzt sich auch das Mobilitätskonzept 2030 des Landkreises auseinander, das intensiv diskutiert und schließlich vom Kreistag mehrheitlich verabschiedet wurde.

Die kulturellen Einrichtungen des Landkreises waren von der Coronapandemie in diesem Jahr besonders gebeutelt. Musikunterricht und Orchesterproben, Kurse der Volkshochschule und Veranstaltungen wie das LiteraturFieber im ReMO, dem Regionalmuseum Oberhavel, konnten vielfach nicht stattfinden. Die Verantwortlichen zeigten sich aber ausgesprochen einfallsreich und innovativ, haben kurzerhand Online-Angebote auf die Beine gestellt und, wie es so schön heißt, aus der Not eine Tugend gemacht. Ein besonderes Highlight konnte unser Museum im September mit der Ausstellung des Künstlers Michael Patrick Kelly präsentieren.

Michael Patrick Kelly mit der #PeaceBell im ReMO

© Landkreis Oberhavel

Auf ein digitales Format musste auch der Kreistag des Landkreises wechseln. Die ersten Sitzungen in dieser für alle noch ungewohnten Form verliefen gut. Bei den ehrenamtlichen Abgeordneten möchte ich mich deshalb besonders bedanken. Sie haben viele Vorschläge der Kreisverwaltung mitgetragen und uns damit den Rücken gestärkt. Sie haben eigene Ideen eingebracht und sorgen damit dafür, dass unser Landkreis noch schöner, noch lebenswerter wird. Sie sind uns in diesem nicht einfachen Jahr mit viel Verständnis, guten Anregungen und Flexibilität begegnet. Vielen Dank!

Ferner sage ich allen Menschen, die sich in diesem Jahr in Oberhavel in einem Ehrenamt eingebracht haben, ein herzliches Dankeschön. Ob in der Feuerwehr, im Sportverein, in der Kirchengemeinde oder im Kulturbereich, im Umwelt- oder Tierschutz – Sie alle leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Wohle von uns allen. Deshalb war es mir in diesem Jahr ein besonderes Anliegen, die Ehrungen für besondere Leistungen in den Bereichen Kultur, Umweltschutz und Toleranz sowie für herausragendes ehrenamtliches Engagement nicht einfach ausfallen zu lassen. Anders als gewohnt, aber nicht minder ehrenvoll, fanden die Auszeichnungen für alle Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2020 statt. Neben lobenden Worten kam auch die finanzielle Förderung der Aktivitäten und Vorhaben von Vereinen nicht zu kurz. 250.000 Euro standen allein für die Sportförderung zur Verfügung und mit 150.000 Euro unterstützten wir den Erhalt schützenswerter Denkmale. Dank unserer Mittelbrandenburgischen Sparkasse flossen 190.000 Euro in die Unterstützung von Vereinsprojekten aller Art.

Nicht zuletzt stand das Jahr 2020 im Zeichen des 30. Jubiläums der Wiedervereinigung, das wir in Oberhavel in kleinem Rahmen gewürdigt haben. Eine Ausstellung, das Einheitsbuddeln und ein unter www.oberhavel.de/einheit30 abrufbarer Film mit Stimmen aus unserem Landkreis ergänzten die Feierlichkeiten.

Landkreis würdigt Jubiläum: 30 Jahre deutsche Einheit.

© Landkreis Oberhavel

Wir sind sehr stolz, dass all dies – trotz der ganz besonderen Umstände und Herausforderungen in diesem Jahr – gut gelungen ist. Und wir sind stolz, dass Oberhavel weiterhin wächst. Denn dies ist ein deutlicher Beleg dafür, dass sich die Menschen in unserem Landkreis wohlfühlen. Deshalb war das Jahr 2020 kein verlorenes Jahr. Es hat uns den Blick für das Wesentliche geöffnet; für das, worauf es ankommt. Zusammenhalt, Rücksichtnahme und Besonnenheit werden uns auch im kommenden Jahr gute Begleiter sein, um die Coronapandemie zu bewältigen. Wir werden alles dafür tun, dass die Einschränkungen für Oberhavel so gering wie möglich bleiben und die angekündigten Impfungen alsbald realisiert werden können.

Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger in Oberhavel, ich wünsche Ihnen für das neue Jahr Glück, Zufriedenheit, Erfolg bei allen Ihren Vorhaben und eine ordentliche Portion Humor, denn die macht vieles leichter. Vor allem aber: Bitte bleiben Sie miteinander verbunden und bleiben Sie alle gesund!

Ihr
Ludger Weskamp
Landrat des Landkreises Oberhavel