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Coronavirus
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24.04.2020

Coronavirus: Neue Regeln auch für Oberhavel

Landesregierung beschließt Änderung der Eindämmungsverordnung / 500 neue Anträge für Kita-Notfallbetreuung bearbeitet / Aktuelle Lage in Oberhavel

Neue Regeln für Versammlungen und Gottesdienste

In einer am heutigen Freitag beschlossenen Änderung der Eindämmungsverordnung hat die Brandenburger Landesregierung weitere Erleichterungen auch für alle Oberhavelerinnen und Oberhaveler verkündet. Demnach wird die Höchstzahl der Teilnehmer bei Versammlungen unter freiem Himmel ab 04.05.2020 von bisher 20 auf bis zu 50 Personen erhöht. Für jeden Einzelfall sind Genehmigungen der zuständigen Behörden erforderlich. Mit derselben Höchstzahl sind ab 04.05.2020 auch wieder Gottesdienste, religiöse Veranstaltungen und Zeremonien erlaubt. Nichtreligiöse Bestattungen sind mit bis zu 50 Personen und Trauerfeiern im privaten und familiären Bereich mit bis zu 20 Personen ebenso erlaubt wie die Begleitung Sterbender im engsten Familienkreis. Es gilt: Veranstaltungen sind nur unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln erlaubt. Die Veranstalter haben dafür Sorge zu tragen.

Festgelegt ist außerdem, dass Friseurbetriebe – unter Einhaltung der Hygieneregeln – ebenfalls ab dem 04.05.2020 wieder öffnen dürfen. Die Verordnung gilt ansonsten in ihrer Fassung vom 17.04.2020 und bis längstens zum 08.05.2020 weiter.

Pflicht zu Mund-Nasenschutz in ÖPNV und Einzelhandel

Zur weiteren Eindämmung des Coronavirus gilt außerdem ab Montag, 27.04.2020, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und im Einzelhandel eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Das gilt für alle Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr in Verkaufsstellen des Einzelhandels sowie für Fahrgäste bei der Nutzung des ÖPNV. Dazu gehört auch die Nutzung von Regionalbahn und Regionalexpress. Menschen mit Behinderungen und diejenigen Personen mit entsprechenden gesundheitlichen Gründen müssen nur dann eine Nase-Mund-Abdeckung tragen, wenn sie dazu in der Lage sind.

Landrat Ludger Weskamp sagt dazu: „Auch wenn uns das Tragen von Mund-Nasen-Masken im öffentlichen Raum zunächst ungewöhnlich erscheint, ist es doch ein wichtiges sichtbares Signal der Solidarität mit unseren Mitmenschen. Wir befinden uns noch immer mitten in der Pandemie, es gilt daher, vorsichtig mit den jetzt zurückgewonnenen Freiheiten umzugehen. Wenn wir diese erhalten wollen, dann müssen wir Rücksicht aufeinander nehmen, und zwar gerade dort, wo viele Menschen zusammen kommen – also in den Geschäften und bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Professionelle Schutzmasken sollten dabei nach Möglichkeit den Kliniken und Pflegeeinrichtungen überlassen bleiben. Denn dort werden sie dringend benötigt."

Eine Alternative sind Schals oder Tücher, die Mund und Nase verdecken oder selbst genähte Masken. Weil nicht jeder eine Maske selbst nähen kann oder will, weist der Landkreis Oberhavel auf das bundesweite Corona-Hilfsprojekt #MaskeFürDich hin. Das in Dresden gestartete Projekt, das auch vom Bundesgesundheitsministerium unterstützt wird, hat es sich zum Ziel gesetzt, mittels einer Online-Plattform die Weitergabe selbst genähter Community-Masken zu fördern. Neben Nähanleitungen gibt es fundierte Informationen über den Zweck dieser einfachen Masken sowie Hinweise zum Tragen. In einer interaktiven Karte sind außerdem engagierte Näherinnen und Näher vermerkt. Eintragen kann sich auch, wer eine Maske benötigt. Registriert sind hier unter anderem Angebote aus Hohen Neuendorf und Wandlitz. Die Website ist erreichbar unter www.maskefuerdich.de.

Aufgrund der schrittweisen Wiederöffnung der Schulen gilt bei der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) ab Montag, 27.04.2020, wieder der reguläre Schulfahrplan.

Anträge für Notfallbetreuung

Im Zusammenhang mit der ab Montag, 27.04.2020, geltenden erweiterten Notfallbetreuung von Kita- und Schulkindern hat der Landkreis Oberhavel in den vergangenen Tagen insgesamt weit mehr als 500 neue Anträge auf Notfallbetreuung positiv beschieden. Dafür waren in dieser Woche in der Kreisverwaltung erneut viele Mitarbeitende im Einsatz. Alle Anträge von Eltern, die bis zum Freitag um 15.00 Uhr in der Behörde vorlagen, werden noch am Wochenende bearbeitet und beschieden. Eltern aufgepasst: Wer keine Bescheinigung mitbringt, dessen Kind kann nicht in einer Kita oder einem Hort betreut werden.

Aktuelle Lage in Oberhavel

Neue Positvfälle von Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft in Hennigsdorf lagen dem Gesundheitsamt am Freitag nicht vor. Die Umzüge in der Einrichtung sind wie geplant angelaufen und verliefen ohne Komplikationen. Am Samstag werden die Umzüge fortgesetzt. „Ein großes Dankeschön geht dafür an alle Beteiligten und insbesondere auch an die ABS Hennigsdorf und die PuR gGmbH für ihre Unterstützung bei der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner", sagt Sozialdezernent Matthias Kahl.

Über den aktuellen Sachstand informierten Landrat Ludger Weskamp und Sozialdezernent Matthias Kahl am Freitagabend in einer Telefonkonferenz die Mitglieder des Sozialausschusses ebenso wie den Vorsitzenden des Kreistags und die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen. Weskamp betonte, dass die aus medizinischen Aspekten gebotene schnelle räumliche Trennung von positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohnerinnen und Bewohner von nicht infizierten Personen bei allem Handeln des Landkreises oberste Priorität hatte. „Entgegen anders lautenden Meldungen war die Entscheidung, dies am Standort Hennigsdorf zu organsieren, nicht alternativlos – doch Fragen der Versorgung, der Sicherheit, der medizinischen Betreuung, der sozialen Beratung und der Reinigung wären andernorts weit weniger schnell zu organisieren gewesen."

Falsch ist auch, dass es in der Gemeinschaftsunterkunft an Schutzmaterialien fehle: Alle Bewohnerinnen und Bewohner haben Mund-Nasen-Schutzmasken erhalten, auch Desinfektionsmittel ist in den Einrichtungen vor Ort. Weskamp erklärte: „Die Quarantäne für die Gemeinschaftsunterkunft entspricht den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts für vergleichbare Einrichtungen. Unser Handeln haben wir mit Ministerin Ursula Nonnemacher erörtert und mit dem zuständigen Gesundheitsministerium abgestimmt. Die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln ist auch in Gemeinschaftsunterkünften möglich. Das liegt auch daran, dass die Unterkünfte aktuell nicht voll belegt sind."

Eine weitere – inzwischen regelmäßig eingerichtete – Telefonkonferenz fand zwischen dem Leiter des Verwaltungsstabes in der Kreisverwaltung, Matthias Rink, und den Vertretern der Krisenstäbe der Oberhaveler Kommunen statt. Themen waren unter anderem die aktuelle Lage, Detailfragen im Umgang mit der Eindämmungsverordnung und insbesondere mit Sportanlagen sowie die Kindernotfallbetreuung. „Die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden klappt nach wie vor sehr gut", freut sich Matthias Rink.

Aktuelle Fallzahlen für Oberhavel

Im Landkreis Oberhavel sind bisher 259 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden (Stand: 24.04.2020, 12.00 Uhr). Davon befinden sich 113 Personen in häuslicher Quarantäne, elf Personen müssen stationär behandelt werden. Sechs Personen sind verstorben. 129 Personen sind bereits geheilt. Entsprechend gibt es aktuell 124 COVID19-Erkrankte im Landkreis.

1.629 Menschen aus Oberhavel stehen derzeit temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 1.355 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 274 Personen steht das Testergebnis noch aus. Außerdem wurden 774 Menschen im Landkreis häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten.

Die COVID19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Hennigsdorf (101), Oranienburg (35), Hohen Neuendorf (30), Velten (18), Glienicke/Nordbahn (18), Oberkrämer (12), Mühlenbecker Land (10), Birkenwerder (6), Löwenberger Land (6), Leegebruch (6), Liebenwalde (5), Zehdenick (5), Kremmen (4) und im Amt Gransee und Gemeinden (3). In Fürstenberg/Havel gibt es keinen gemeldeten COVID19-Fall.

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