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Coronavirus
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21.04.2020

Coronavirus: Aktuelle Lage in Oberhavel

Aktuelle Fallzahlen für Oberhavel / Landkreis trifft zahlreiche Schutzmaßnahmen für Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft / Weitere Testergebnisse zum Wochenende erwartet

Im Landkreis Oberhavel sind bisher 202 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden (Stand: 21.04.2020, 12.00 Uhr). Davon befinden sich 75 Personen in häuslicher Quarantäne, neun Personen müssen stationär behandelt werden. Sechs Personen sind verstorben. Zuletzt verstarb am Montag ein 68-jähriger Mann, der dem Coronavirus infiziert war. 112 Personen sind bereits geheilt. Entsprechend gibt es aktuell 84 COVID19-Erkrankte im Landkreis.

1.750 Menschen aus Oberhavel stehen derzeit temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 1.244 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 206 Personen steht das Testergebnis noch aus. Außerdem wurden 701 Menschen im Landkreis häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten.

Die COVID19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Hennigsdorf (52), Oranienburg (33), Hohen Neuendorf (30), Velten (17), Glienicke/Nordbahn (18), Oberkrämer (12), Mühlenbecker Land (10), Birkenwerder (6), Löwenberger Land (6), Leegebruch (5), Liebenwalde (5), Zehdenick (5), Amt Gransee (2) und Kremmen (1). In Fürstenberg/Havel gibt es keinen gemeldeten COVID19-Fall.

Tests in Gemeinschaftsunterkunft am Dienstag
Aufgrund eines Corona-Positivfalls in der Gemeinschaftsunterkunft in Hennigsdorf – der Landkreis Oberhavel hatte dazu bereits berichtet – wurden am heutigen Dienstag, 21.04.2020, weitere 75 Tests auf das Voronavirus bei Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft durchgeführt. Freiwillig testen lassen konnten sich zudem 68 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses 1 sowie 73 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses 4. Für diese Personen liegt keine medizinische Indikation für einen Test vor, daher gibt es keine rechtliche Grundlage für eine Verpflichtung zum Test.

Das Gesundheitsamt des Landkreises ordnet Tests immer dort an, wo eine konkrete Veranlassung vorliegt. Dieses Handeln basiert auf den vom RKI vorgegebenen Hinweisen. Die Hinweise für Pflegeeinrichtungen gelten dabei als Maßstab für den Umgang mit Gemeinschaftsunterkünften. Insgesamt bewohnen derzeit 413 Personen die Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft.

„Die Testung verlieft ruhig, zügig und ohne Komplikationen. Wie danken besonders den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft für ihr gutes und besonnenes Mitwirken", sagt Amtsarzt Christian Schulze. Unterstützung erhielt der Landkreis Oberhavel erneut insbesondere von der Oberhavel Kliniken GmbH, der Praxis Schiffer sowie vom LADR Laborverbund in Hennigsdorf, außerdem von den Sozialarbeitenden vor Ort, der Polizei und dem Wachschutz. „Diese tolle Zusammenarbeit ist wirklich nicht selbstverständlich. Wir freuen uns sehr, das dies vor Ort als auch bei allen Arbeiten im Hintergrund so wunderbar klappt", sagt Schulze. Die Testergebnisse erwartet der Landkreis zum Ende der Woche. Abhängig von den Ergebnissen werden gegebenenfalls weitere Maßnahmen notwendig.

Zusätzlich erhielt das Oberhaveler Gesundheitsamt im Verlauf des Dienstagnachmittag zwei weitere positive Testergebnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern der Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft, in deren Folge nun auch für Haus 4 auf dem Areal Quarantäne angeordnet werden musste.

„Angesichts der nachgewiesenen Fallzahlen der vergangenen Reihentestung vom Freitag – für die uns leider die Ergebnisse noch nicht vollständig vorliegen – sind weitere Positivfälle in der Gemeinschaftsunterkunft nicht auszuschließen. Wir bereiten uns daher aktuell auf eine vollständige Quarantäne der Gemeinschaftsunterkunft ebenso vor wie auf eine strukturierte Umverteilung der Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb der Unterkunft. Hierbei sind Cluster vorgesehen, so dass positiv getestete Bewohnerinnen und Bewohner von Kontaktpersonen und negativ getesteten Personen getrennt untergebracht werden. Ziel ist es, Infektionsketten zu unterbrechen und Neuinfektionen zu unterbinden", sagt Landrat Ludger Weskamp.

Matthias Kahl, Dezernent für Arbeit und Soziales, erklärt: „Wie und wo genau die Menschen sich infiziert haben, lasst sich nicht vollständig ermitten. Wir haben vor Ort in der Gemeinschaftsunterkkunft aktuell eine herausfordernde Situation, wie sie derzeit überall dort besteht, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, etwa auch in Senioren- und Pflegeeinrichtungen oder in der Kindernotbetreuung. Dessen sind wir uns alle bewusst und tun unser Möglichstes, um die Quarantänesituation für alle Bewohnerinnen und Bewohner so erträglich wie möglich zu gestalten."

Für die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner mit Nahrungsmitteln und weiteren für den alltäglichen Bedarf notwendigen Dingen ist selbstverständlich gesorgt. Ein organisiertes Bestellmanagement wurde aufgebaut; bereits am Samstag erfolgte die erste Ausgabe von bestellten Lebensmitten. Eigens dafür wird der Katastrophenschutz des Landkreises mehrere Ausgabezelte errichten. Einzuhaltende Abstandsflächen sind in der Unterkunft markiert worden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende hat der Landkreis außerdem mit Schutzmasken ausgestattet. Auch Desinfektionsmittel stehen in den Häusern zur Verfügung.

Die Bewohnerinnen und Bewohner sind durch die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter über alle Maßnahmen und Regeln stets umfangreich informiert worden. Die Informationen wurden in mehreren Sprachen und auch per Videoclips vermittelt. Um Kontakte innerhalb der Gebäude zu verringern, soll die Benutzung von Gemeinschaftsräumen wie Sanitäreinrichtungen und Küchen entzerrt werden, indem hier ein festgelegtes Zeitmanagement eingerichtet wird. Für eine Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und für eine psychologische Betreuung ist ebenfalls gesorgt.
„Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind in der Gemeinschaftseinrichtung intensiv im Einsatz. Sie leisten eine sehr gute Arbeit, um die Bewohnerinnen und Bewohner mit allen notwendigen Informationen und vielem mehr zu versorgen", sagt Kahl.

Bewohnerinnen und Bewohnern, die aufgrund der Quarantäne ihrem Arbeitsverhältnis derzeit nicht nachgehen können, erhalten vom Gesundheitsamt – wie in jedem anderen Quarantänefall auch – eine entsprechende Bescheinigung für ihren Arbeitgeber.

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