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Coronavirus
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18.04.2020

Coronavirus: Aktuelle Lage in Oberhavel

Aktuelle Fallzahlen für den Landkreis / Weitere Positivfälle in Gemeinschaftsunterkunft

Im Landkreis Oberhavel sind bisher 176 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden (Stand: 18.04.2020, 10.00 Uhr). Davon befinden sich 62 Personen in häuslicher Quarantäne, zehn Personen müssen stationär behandelt werden. Fünf Personen sind verstorben. 99 Personen sind bereits geheilt. Entsprechend gibt es aktuell 72 COVID19-Erkrankte im Landkreis.

1.214 Menschen aus Oberhavel stehen derzeit temporär zu Hause unter Quarantäne, weil sie begründete Verdachtsfälle sind. 1.047 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 167 Personen steht das Testergebnis noch aus. Außerdem wurden 701 Menschen im Landkreis häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten.

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Die COVID19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Oranienburg (31), Hennigsdorf (31), Hohen Neuendorf (29), Velten (17), Glienicke/Nordbahn (17), Oberkrämer (12), Mühlenbecker Land (10), Birkenwerder (6), Löwenberger Land (6), Leegebruch (5), Liebenwalde (5), Zehdenick (5) und Amt Gransee (2). In Fürstenberg/Havel und Kremmen gibt es keine gemeldeten COVID19-Fälle.   

Unter den seit dem Vortag neu positiv auf das SARS CoV2-Virus getesteten Patienten befinden sich drei Männer und eine Frau, die in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Hennigsdorf leben. Eine Person wird derzeit in der Charité stationär behandelt. Den anderen Patienten geht es den Umständen entsprechend, sie zeigen keine Symptome einer Erkrankung. Drei der vier Testergebnisse sind Teil einer Reihenuntersuchung, die das Oberhaveler Gesundheitsamt für zwei der derzeit fünf belegten Häuser in der Gemeinschaftsunterkunft angeordnet hatte.

Wie der Landkreis Oberhavel bereits am Donnerstag, 16.04.2020 mitgeteilt hatte, war ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma, der in einer Hennigsdorfer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber tätig war, erkrankt und positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Mitarbeitende war dabei in zwei der insgesamt sechs Häuser im Kontakt mit mehreren Personen gekommen, die Kontaktpersonen waren im weiteren Verlauf nicht vollständig zu ermitteln. Das Gesundheitsamt hatte zum Schutz der Bewohner der betroffenen Häuser diese zunächst unter Quarantäne gestellt und die Bewohner mit Schutzmasken ausgestattet. Am Freitag war direkt vor Ort eine Testung von mehr als 220 Menschen, darunter auch über 30 Mitarbeitende des Wachschutzes, der Reinigungsfirma und aus der Sozialarbeit, durchgeführt worden.

„Der Aufbau einer separaten Teststrecke für diese hohe Personenzahl mit nur sehr kurzer Vorlaufzeit und unter Berücksichtigung der bestehenden Sprachbarrieren war einer enorme logistische Herausforderung. Ich danke daher allen, die daran engagiert und tatkräftig mitgewirkt haben", sagt Landrat Ludger Weskamp. Unterstützung erhielt der Landkreis Oberhavel  insbesondere von der Oberhavel Kliniken GmbH, der Praxis Schiffer sowie vom LADR Laborverbund in Hennigsdorf, außerdem von den Sozialarbeitenden vor Ort, der Polizei und dem Wachschutz. Aufgrund der professionellen und umsichtigen Zusammenarbeit aller Beteilgten und dem sehr guten Mitwirken der Bewohner konnten die Tests zügig und in ruhiger Atmosphäre durchgeführt werden.

Seit Samstag liegen die ersten Testergebnisse vor. „Wir hatten mit der Möglichkeit gerechnet, dass es zu positiven Testergebnissen kommen könnte. Dort, wo viele Menschen auf vergleichsweise engem Raum gemeinsam leben, sich frei bewegen und arbeiten gehen, ist das nicht ungewöhnlich. Wichtig war uns, unserer Fürsorgeverpflichung für die Bewohnerschaft nachzukommen. Unser oberstes Ziel ist es, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern", erklärt Amtsarzt Christian Schulze das Handeln des Gesundheitsamtes.

Ein Großteil der Testergebnisse vom Freitag stehen aktuell noch aus. Die Laborergebnisse erwartet der Landkreis Oberhavel zum Wochenbeginn. Die bereits positiv auf das Coronavirus getesteten Personen hat der Landkreis sofort von den anderen Bewohnern isoliert und anschließend in einer separaten Unterkunft an einem anderen Standort im Landkreis untergebracht, so dass weitere Infektionen unterbunden werden können. Wie bei allen anderen positv getesteten Personen hat das Gesundheitsamt für sie und ihre Kontaktpersonen eine häusliche Isolation angeordnet. Für ihre Versorgung und Betreuung ist selbstverständlich gesorgt.

Das vierte positive Testergebnis eines Bewohners der Gemeinschaftsunterkunft erfolgte unabhängig von der Reihenuntersuchung. Daher musste für ein weiteres Gebäude, in dem der Bewohner zuvor untergebracht war, ebenfalls eine vorläufige Quarantäne durch das Gesundheitsamt angeordnet werden. Aktuell werden die engen Kontaktpersonen des Patienten ermittelt.

Nach Vorliegen aller Testresultate wird der Landkreis Oberhavel in Abhängigkeit von den Ergebnissen am Wochenbeginn weitere Maßnahmen prüfen. Auch mit der Forderung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreistag Oberhavel, in der Pflege tätige Geflüchtete außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften, etwa in Hotels oder Pensionen unterzubringen, wird sich der Landkreis gemeinsam mit den Fraktionen des Kreistages beschäftigen. Schließlich greift dieses Thema auch in Rechte des Kreistags ein. Zudem wird die Kreisverwaltung die Fragestellung mit der für Gesundheits- und Asylfragen zuständigen Ministerin Ursula Nonnenmacher (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) abstimmen. Alle Vorgaben des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz wird der Landkreis Oberhavel – wie auch schon bisher – erfüllen.