Musikschule in Zehdenick nach Sanierung wiedereröffnet
Modernisierung günstiger als Neubau / Zahl der Schülerinnen und Schüler gestiegen
Landrat Alexander Tönnies, Kreistagsvorsitzende Birgit Tornow-Wendland, Bildungsdezernent Holger Mittelstädt, Dezernentin Katja Hermann, Mitglieder des Kreistags und Manfred Schmidt, Leiter der Kreismusikschule Oberhavel, haben am Freitag, 18. September, den Zehdenicker Standort der Musikschule wiedereröffnet. Das Gebäude an der Bahnhofstraße war seit Februar 2025 umgebaut und modernisiert worden.
„Mit der Sanierung und dem Umbau dieses kleinen Schmuckkästchens sichern wir den Musikschulstandort im Norden des Landkreises. Gleichzeitig schaffen wir zeitgemäße Bedingungen für den Unterricht“, sagte Alexander Tönnies. Das Gebäude aus der Zeit um 1880 ist nun technisch, energetisch und funktional zukunftsfähig. Der Landkreis hat mit dem Projekt gezeigt, dass der Erhalt und die Weiterentwicklung historischer Bausubstanz sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sein können. Die Kosten lagen bei etwa 1,7 Millionen Euro. Ein Neubau hätte etwa das Doppelte gekostet.
Die Kreismusikschule hatte sich in Zehdenick zuletzt sehr positiv entwickelt. „Der Standort erfreut sich im Norden des Landkreises großer Beliebtheit und Nachfrage. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist in den vergangenen fünf Jahren um insgesamt 20 Prozent gestiegen“, sagt Musikschulleiter Manfred Schmidt. Die Modernisierung werde dieser wachsenden Nachfrage gerecht, sodass aktuell 120 Schülerinnen und Schüler in Zehdenick unterrichtet werden können. Die Kreismusikschule sei in Zehdenick hervorragend vernetzt: Gelebte Kooperationen mit der evangelischen Kirchengemeinde sowie der Klosterscheune Zehdenick bereicherten das kulturelle Leben vor Ort.
In den eineinhalb Jahren des Umbaus waren unter anderem die Fassaden sowie Fenster und Türen erneuert, das Dach saniert, die Elektrik modernisiert sowie die Beleuchtung auf energiesparende LED umgerüstet worden. Der Brandschutz entspricht den aktuellen Anforderungen. Das Gebäude hat nun auch einen barrierefreien Zugang. Der Raumzuschnitt und die Akustik wurden verbessert. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt vorhandener Bausubstanz. So wurden Fußböden und Innentüren aufgearbeitet und wiederverwendet. Gleichzeitig kamen nachhaltige Baustoffe wie Lehm- und Schilfplatten anstelle von Gipskartonplatten zum Einsatz.
Nachhaltiges Energiekonzept
Das Heizungssystem ist eine Hybridanlage mit Unterstützung von Solarenergie und Wärmepumpe. Zum Konzept gehören auch eine Photovoltaikanlage mit Akkuspeicher und zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.
Mit dem Ausbau des Dachgeschosses wurden drei Büroräume und eine Teeküche geschaffen. Darüber hinaus stehen zukünftig fünf Desksharing-Arbeitsplätze zur Verfügung. Damit kann das Gebäude ergänzend zur Musikschulnutzung auch flexibler für Arbeitsplätze der Kreisverwaltung genutzt werden.
Eine ganz besondere Bereicherung für das neue Gebäude ist ein eigener Flügel. Ihn hat die Zehdenickerin Gabriele Pielke aus Familienbesitz gestiftet. Der Flügel ist nun im Unterricht im Einsatz.
Weitere Standorte der Kreismusikschule gibt es in Gransee, Birkenwerder, Glienicke/Nordbahn und Oranienburg. Informationen zum Angebot sind im Internet auf kms.oberhavel.de zu finden.