4. Kinder- und Jugendgesundheitskonferenz: Hinschauen, bevor Probleme groß werden!
Landkreis Oberhavel nimmt Herausforderungen für ein gesundes Aufwachsen in den Blick
Wie geht es Kindern und Jugendlichen heute – und was können diejenigen tun, die sie täglich begleiten? Um diese Frage ging es bei der 4. Kinder- und Jugend-Gesundheitskonferenz des Landkreises Oberhavel am Dienstag, 13.10.2026, im Stadtklubhaus Hennigsdorf. Rund 215 Fachkräfte aus Kitas, Schulen, der Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen, Beratung und weiteren kamen zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam nach Lösungen für die Praxis zu suchen. Im Mittelpunkt standen Herausforderungen, die längst zum Alltag vieler Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien gehören: psychische Belastungen, Krisen, die digitale Lebenswelt und soziale Medien, aber auch die Frage, wie Kinder gestärkt und ihre emotionalen Kompetenzen gefördert werden können.
Vorträge und Workshops verbanden wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Ansätzen für den Berufsalltag. Das Programm reichte vom digitalen Kinderschutz und der Suizidprävention bis zu Medienkompetenz und bewegungsbasierter Emotionsregulation. „Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt auf, die ihnen viele Möglichkeiten bietet, sie aber auch vor neue Herausforderungen stellt. Wir wollen nicht erst reagieren, wenn aus Belastungen ernsthafte Probleme geworden sind. Prävention bedeutet für mich, früh hinzuschauen und gemeinsam gute Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen zu schaffen“, sagt Landrat Alexander Tönnies. Genau dieser Gedanke steht hinter dem Projekt „Gesund aufwachsen im Landkreis Oberhavel“. Seit 2020 baut der Landkreis gemeinsam mit seinen Partnern Strukturen der Gesundheitsförderung und Prävention aus. Gesundheitliche Bedarfe sollen früh erkannt und gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.
Dabei geht es bewusst über einzelne Zuständigkeiten hinaus. Denn ob ein Kind gesund aufwächst, entscheidet sich nicht allein beim Arzt oder im Elternhaus. Kita, Schule, Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Beratung und Freizeitangebote prägen zusammen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Die Gesundheitskonferenz bringt diese unterschiedlichen Perspektiven an einen Tisch. Die Impulse der Konferenz sollen über den Veranstaltungstag hinauswirken. Sie werden durch die kommunale Gesundheitsförderung des Gesundheitsamtes aufgegriffen und fließen in die weitere Entwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche im Landkreis ein.
Wie viel Unterstützung bereits in Oberhavel vorhanden ist, zeigte auch der „Marktplatz der Möglichkeiten“ während der Konferenz: Lokale Akteurinnen und Akteure präsentierten dort ihre Beratungs-, Präventions- und Unterstützungsangebote und sorgten für direkte Kontakte zwischen den Fachkräften.