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Datum: 24.08.2026

Gesundheitsamt testet Kontaktpersonen nach Tuberkulosefall

Untersuchung von mehr als 100 Personen nach Erkrankung ehemaliger Mitarbeiterin des Pflegeheims Amarita Hohen Neuendorf / Bisher keine tuberkulosetypischen Symptome bei Bewohnerinnen, Bewohnern und Personal bekannt

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberhavel entnimmt bei mehr als 100 Personen im Pflegeheim Amarita in Hohen Neuendorf in dieser Woche Blutproben, um festzustellen, ob Hinweise auf eine Infektion mit Tuberkulose-Erregern bestehen. Grund ist die Erkrankung einer ehemaligen Mitarbeiterin des Pflegeheims, die derzeit stationär behandelt wird und außerhalb des Landkreises Oberhavel lebt. Sie war vorübergehend in der Einrichtung in Hohen Neuendorf beschäftigt. Da damit mehrere Zuständigkeitsbereiche betroffen sind, stehen die zuständigen Gesundheitsämter, das Bezirksamt und die Pflegeeinrichtung Amarita in engem Austausch. Das Oberhaveler Gesundheitsamt koordiniert gemeinsam mit dem Pflegeheim die Untersuchung der dort ermittelten Kontaktpersonen. Ziel ist es, mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls weitere erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Das Pflegeheim hat vorsorglich Hygienemaßnahmen getroffen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Beschäftigten keine tuberkulosetypischen Symptome bekannt.

Simone Daiber

© Karsten Schirmer

„Mit der Untersuchung der Kontaktpersonen wollen wir feststellen, ob es im Umfeld der erkrankten Person zu weiteren Infektionen gekommen ist. Eine Infektion kann auch vorliegen, ohne dass Betroffene Symptome zeigen“, erklärt Amtsärztin Simone Daiber. „Deshalb untersucht das Gesundheitsamt innerhalb von zwei Tagen die ermittelten Kontaktpersonen direkt in der Einrichtung.“ …

Nur rund zweieinhalb Prozent aller Neuerkrankungen auf der Welt fallen in Europa an. Tuberkulose ist in Deutschland selten. Im Jahr 2025 wurden 4.391 Tuberkulosefälle registriert, informiert das Robert-Koch-Institut (RKI). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb seit 1998 keine generelle Tuberkulose-Impfung mehr.

Tuberkulose kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ansteckend ist insbesondere eine offene Lungentuberkulose. Die Bakterien gelangen vor allem beim Husten in die Luft und können von anderen Menschen eingeatmet werden. Für eine Übertragung ist in der Regel ein längerer und enger Kontakt mit einer ansteckungsfähigen Person erforderlich. Ob es zu einer Infektion kommt, hängt von Häufigkeit und Dauer des Kontakts ab. In der Regel bedarf es mehrerer Stunden in geschlossenen Räumen mit einer Person, die an ansteckungsfähiger Lungentuberkulose erkrankt ist, informiert das RKI weiter.

Wenn eine Lungentuberkulose wirksam behandelt wird, sind Erkrankte in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen nach Beginn der Behandlung nicht mehr ansteckend, weil sich die Bakterien nicht mehr vermehren können. Eine Tuberkulose, die andere Organe wie die Lymphknoten oder Knochen befallen hat, ist in der Regel nicht infektiös.