Gewässer in Oberhavel schützen!
Landkreis gibt Tipps zum Wassersparen in Hitzeperioden
Durch die längeren Trockenheitsphasen im Frühjahr, Rekordtemperaturen in den vergangenen Wochen sowie nur wenig flächendeckenden Regen sind bereits zu Beginn des Sommers die Wasserstände von Flüssen, Seen und Gräben in Oberhavel erneut gesunken. In den sogenannten Oberflächengewässern droht damit dauerhaftes Niedrigwasser. Auch die Grundwasserstände fallen wieder. Der Fachbereich Umwelt und Kreislaufwirtschaft in der Kreisverwaltung Oberhavel appelliert daher, sparsam mit Wasser umzugehen. Dazu gibt es zahlreiche Tipps.
Die sinkenden Wasserstände der Oberflächengewässer und der sinkende Grundwasserspiegel konnten durch Niederschläge nicht ausgeglichen werden. So wurden die langfristigen Defizite in den Grundwasserleitern auf den Hochflächen, also außerhalb der Einzugsgebiete der Flüsse, auch in den nasseren Wintermonaten nicht wieder aufgefüllt. Der wenige Regen wird derzeit von der Vegetation regelrecht aufgesogen und gelangt nicht in die Gewässer. In Verbindung von geringem Wasseraustausch und hohen Temperaturen kann sich in Oberflächengewässern ein gefährlicher Sauerstoffmangel entwickeln, der zu Fischsterben führen kann.
Das Wasserhaushaltsgesetz schreibt daher vor, Oberflächenwasser sparsam zu verwenden. Wer dabei eine Pumpe benutzen will, benötigt eine wasserrechtliche Erlaubnis. Wer ohne diese Erlaubnis Wasser abpumpt, handelt ordnungswidrig. Dies kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Grundsätzlich erlaubt ist, Wasser von Hand mit Eimern und Gießkannen zu schöpfen. Der Landkreis Oberhavel hat die Entnahme von Oberflächenwasser bisher auch in Hitzeperioden nicht verboten und setzt auf den sparsamen Umgang mit der wertvollen Ressource. Sollten die Wasserstände jedoch weiter sinken, muss die Entnahme untersagt werden.
Die größten Wasserverbraucher in Privathaushalten sind Pools und die Gartenbewässerung. Aber auch bei der Trinkwassernutzung kann man sparen.
Wasser sparen im Garten
- Auch Inhaber wasserrechtlicher Erlaubnisse werden gebeten, in der Zeit von 8.00 bis 20.00 Uhr kein Oberflächenwasser zu entnehmen. Wenn mittags und nachmittags bewässert wird, verdunstet Wasser ungenutzt. Optimal sind die Nacht und die frühen Morgenstunden.
- Effiziente Methoden wie Tröpfchenbewässerung helfen, Wasser zu sparen.
- Mit Regenwasserspeichern wie Zisternen (unterirdische Speicher) oder Regentonnen lassen sich Niederschläge nutzen und so Ressourcen schonen.
- Es empfiehlt sich, bei anhaltender Trockenheit Prioritäten zu setzen und nur Nutz- und Zierpflanzen zu gießen und auf Rasenbewässerung zu verzichten.
Füllen und Betreiben von Pools
- Pools nicht zu den Hauptentnahmezeiten mit Trinkwasser aus dem Netz füllen. Der Netzdruck kann erheblich abfallen. Nach der Winterpause den Pool bis spätestens Anfang Mai befüllen.
- Eine Poolabdeckung schützt vor Verschmutzungen und reduziert Verdunstung, die in den Sommermonaten bis zu 20 Liter pro Quadratmeter und Tag betragen kann.
- Wenn möglich, den Pool im Winter nicht vollständig entleeren. So kann ein Teil des Wassers weitergenutzt werden. Zudem schützt die Wasserlast die Bausubstanz fester Pools. Das Trockenlegen der Ab- und Zuleitungen und der Pumpe zum Schutz vor Frostschäden ist dabei zu beachten.
Regenentwässerung
- Das Brandenburgische Wassergesetz schreibt vor, dass Regenwasser grundsätzlich auf dem jeweiligen Grundstück versickern soll. Dies fördert die Grundwasserneubildung und verhindert, dass Regenwasser über die Kanalisationen in die großen Flüsse und letztlich ins Meer gelangt und dem Grundwasser somit entzogen wird.
- Bei Neubauvorhaben oder Sanierungsmaßnahmen sollte darauf geachtet werden, dass die Ver-siegelungen auf das notwendige Maß reduziert wird. Auch bietet sich versickerungsfähiges Pflaster an, um die Grundwasserneubildung zu ermöglichen.
Weitere Informationen gibt es unter: www.oberhavel.de/Bürgerservice/Umwelt-und-Natur/Untere-Wasserbehörde/Wasserentnahmen/