Wasserqualität ist gut: Gesundheitsamt prüft an 27 Badestellen in Oberhavel
Wassertemperaturen liegen bei durchschnittlich 26,7 Grad Celsius / Blaualgen können witterungsabhängig vorkommen
An 27 Badestellen in Oberhavel prüfen Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes während der Badesaison alle vier Wochen Sichttiefe, Wasserfärbung, pH-Wert, Sauerstoffsättigung sowie Wasser- und Lufttemperatur. Darüber hinaus werden Wasserproben genommen, um sie auf Fäkalkeime wie Kolibakterien und intestinale Enterokokken testen zu lassen – zuletzt Anfang Juli. Die Ergebnisse zeigen, Oberhavels Badeseen sind weiterhin sauber.
Die gemessenen Wassertemperaturen lagen nach dem besonders warmen Wochenende vor der Probennahme zwischen 23,7 Grad Celsius an der Badestelle des Briesesees und 28,6 Grad Celsius an der Badestelle des Kremmener Sees. Die durchschnittliche Wassertemperatur aller 27 Badestellen betrug 26,7 Grad Celsius – und damit 9,4 Grad Celsius höher als zu Beginn der Messungen im Mai.
Die mikrobiologischen Befunde zeigten erneut keine Auffälligkeiten. Allerdings zeigte sich in diesem Turnus erstmals eine auffällige Schlierenbildung im Rahmer See in Zühlsdorf. Eine mikroskopische Untersuchung bestätigte Blaualgen (Cyanobakterien). Diese kommen natürlicherweise in Gewässern vor. Bei hohen Temperaturen, anhaltend sonnigem und windarmen Wetter sowie erhöhten Nährstoffkonzentrationen können sie sich stark vermehren und sich so als typisch sichtbare grünlich bis blaugrüne Verfärbungen, Schlieren, wolkenartige Gebilde oder Aufrahmungen auf der Wasseroberfläche zeigen. Dieses Phänomen ist wind- und witterungsabhängig und kann sich innerhalb kurzer Zeit wieder auflösen. Dies war beim Rahmer See der Fall. An den Folgetagen waren keine Aufrahmungen mehr ersichtlich.
An 19 Seen wurde eine Sichttiefe von mindestens einem Meter festgestellt. Die geringste Sichttiefe lag bei zehn Zentimetern an der Badestelle des Beetzer Sees in Kremmen. Die Badestellen am Großen Wentowsee in Zabelsdorf, am Kleinen Wentowsee in Seilershof, am Moderfitzsee in Himmelpfort und am Waldsee in Germendorf, der im Badebereich aber insgesamt aktuell nur 45 Zentimeter tief ist, wiesen Sichttiefen von 40 Zentimetern auf. „Ist die Sicht im Wasser schlecht, kann das auch Rettungsmaßnahmen erschweren“, warnt Oberhavels Amtsärztin Simone Daiber. „Jeder Badegast sollte außerdem auf Algenbelastungen achten. Als Faustregel gilt, dass man im knietiefen Wasser die Füße noch sehen sollte.“
Die nächste Überprüfung der Badegewässer findet vom 27.07. bis 29.07.2026 statt. Die Ergebnisse aus Oberhavel und ganz Brandenburg sind online unter badestellen.brandenburg.de abrufbar. Informationen zu den Untersuchungen des Gesundheitsamtes gibt es auch auf www.oberhavel.de/Trink-und-Badewasser.
Hintergrund: Hautirritationen durch Zerkarien
Zerkarien sind in Seen natürlich vorkommende Larven. Sie können Juckreiz verursachen, sind für Menschen jedoch ungefährlich und beeinträchtigen die Wasserqualität nicht. Die Beschwerden in Form einer Badedermatitis sind zwar lästig, klingen jedoch in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Das Risiko einer Badedermatitis lässt sich reduzieren, indem flache, stark bewachsene Uferbereiche möglichst gemieden werden. Nach dem Baden sollte die Haut gründlich mit einem Handtuch abgetrocknet werden. Sofern möglich, sollte eine Dusche genommen und nasse Badekleidung zeitnah gewechselt werden. Informationen dazu, in welchen Fällen Betroffene einen Arzt konsultieren sollten und Antworten auf weitere wichtige Fragen stellt das Gesundheitsamt des Landkreises Oberhavel im Internet bereit: www.oberhavel.de/badewasser