Grippefälle in Oberhavel nehmen deutlich zu
Fälle von Influenza und Erkrankungen durch RSV-Virus sind weiter auf hohem Niveau / Ständige Impfkommission empfiehlt zudem erweiterte Meningokokken-Impfung
In Oberhavel hält die Grippewelle an. Auch wenn die Zahl der gemeldeten Influenza-Erkrankungen zuletzt leicht rückläufig ist, bewegt sie sich weiterhin auf einem deutlich erhöhten Niveau. „In Oberhavel wurde nach einem Höhepunkt mit 156 Fällen in der vorletzten Woche zuletzt noch ein hoher Wert von 107 Influenza-Fällen registriert. Damit liegen die Fallzahlen weiterhin deutlich über denen der Vorwochen“, sagt Oberhavels Amtsärztin Simone Daiber. „Gleichzeitig ist ein Anstieg der Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) zu verzeichnen. Diese Infektionen betreffen vor allem Kinder, ältere und vorerkrankte Menschen und können zu schweren Atemwegserkrankungen führen.“ Während in den Wochen vor dem Jahreswechsel nur vereinzelt RSV-Fälle gemeldet wurden, stieg die Zahl zuletzt deutlich an.
Die Zahlen in der Übersicht
52. Kalenderwoche 2025
- Influenzafälle:18
- RSV-Infektionen: 1
1. Kalenderwoche 2026
- Influenzafälle: 33
- RSV-Infektionen: 3
2. Kalenderwoche 2026
Influenzafälle: 36
RSV-Infektionen: 5
3. Kalenderwoche 2026
Influenzafälle: 156
RSV-Infektionen: 6
4. Kalenderwoche 2026
Influenzafälle: 107
RSV-Infektionen: 21
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Influenza und RSV derzeit die dominierenden Atemwegserkrankungen im Landkreis sind“, so Simone Daiber. Bei Krankheitssymptomen wird weiterhin empfohlen, zu Hause zu bleiben, Kontakte zu reduzieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten, um die weitere Ausbreitung zu begrenzen.
Das Gesundheitsamt weist zudem auf neue Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) hin. Die STIKO aktualisiert regelmäßig den Impfkalender in Deutschland. Eine Änderung betrifft die Grippeimpfung. Sie wird nun auch für Menschen empfohlen, die regelmäßig engen Kontakt zu bestimmten Tierarten haben – zum Beispiel zu Schweinen, Geflügel oder Wildvögeln. Das gilt sowohl für den beruflichen Bereich als auch für den privaten Umgang mit Tieren, etwa in der Landwirtschaft.
Impfung gegen Meningokokken
Neu im Impfkalender der Ständigen Impfkommission ist vor allem der erweiterte Schutz von Jugendlichen vor Meningokokken-Erkrankungen. Bisher wurden im Rahmen der Standardimpfungen je nach Alter nur einzelne Meningokokken-Serogruppen (B oder C) abgedeckt. „Für 12- bis 14-Jährige wird nun zum ersten Mal eine Impfung empfohlen, die gleichzeitig vor den vier Meningokokken-Serogruppen A, C, W und Y schützt. Damit wird der Impfschutz im Jugendalter deutlich ausgeweitet. Meningokokken-Erkrankungen sind selten, können aber sehr plötzlich auftreten und schwer verlaufen. Die Impfung kann bis zum 24. Lebensjahr nachgeholt werden“, erklärt Amtsärztin Simone Daiber.
Schutz vor Gürtelrose
Auch bei der Gürtelrose-Impfung gibt es Neuerungen. Neben der bekannten Standardimpfung ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung nun auch für jüngere Erwachsene ab 18 Jahren, wenn bestimmte Vorerkrankungen oder eine geschwächte Immunabwehr vorliegen. Ziel ist es, besonders gefährdete Personen frühzeitig vor schmerzhaften und langwierigen Krankheitsverläufen zu schützen.
Wer unsicher ist, welche Impfungen empfohlen sind, kann die Impfsprechstunde im Gesundheitsamt Oberhavel immer freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr nutzen. Dort wird der Impfstatus geprüft, individuell beraten und geimpft. Dazu sollten die Krankenkassenkarte und der Impfausweis mitgebracht werden.