Vapen als Modeerscheinung: Immer mehr Jugendliche rauchen
Gesundheitsamt Oberhavel warnt zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch vor den Gefahren von elektronischen Verdampfern, Nikotinrauch, Alkohol, Cannabis und illegalen Betäubungsmitteln
Immer häufiger greifen Kinder und Jugendliche zu elektronischen Verdampfern und inhalieren Aromastoffe mit Geschmacksrichtungen wie Mango, Erdbeere oder Cola. Oberhavels Amtsärztin Simone Daiber und ihr Team sehen diese Entwicklung mit Sorge. „Das bunte Design und die süßen Aromen des Verdampfers sprechen junge Menschen ganz besonders an. Das Vapen, also die Nutzung eines elektronischen Vaporiser, wird auch im Elternhaus leider häufig nicht als dramatisch angesehen. Aber die Jugendlichen inhalieren Nassdampf, versetzt mit Aromastoffen, dessen Langzeitwirkung noch nicht klar ist.“ Und Simone Daiber warnt: „Die Zusammensetzung des Liquids ist abhängig vom Produkt und daher sehr unterschiedlich. Gesundheitliche Risiken können sich aufgrund der Zusammensetzung und der Hitzeeinwirkung ergeben. Das ist gerade für Heranwachsende in keinem Fall harmlos. Das Vapen ist häufig auch der Einstieg zum Zigarettenrauchen.“
Zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am 26.06.2024 lenkt das Gesundheitsamt deshalb den Fokus auf gesundheitliche Gefahren durch Drogenkonsum gerade für Jugendliche, die nicht unterschätzt werden dürfen. Denn 2022 und 2023 erhobene Daten zeigen, dass knapp zwölf Prozent der Jugendlichen in Oberhavel täglich rauchen – Mädchen häufiger als Jungen. E-Zigaretten, aber auch Nikotin, Alkohol und Cannabis – sogenannte legale Drogen – haben Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns und des gesamten Körpers. Der Verkauf an junge Menschen unter 18 Jahren ist zwar verboten, der Zugang gelingt dennoch in vielen Fällen.
Für junge wie erwachsene Menschen sind die Gefahren übermäßigen Konsums groß. Deshalb ruft Simone Daiber junge wie erwachsene Menschen dazu auf, die Gefahren ernst zu nehmen. „Hinterfragen Sie die eigenen Gewohnheiten und Ihren Umgang mit Suchtmitteln, dazu zählen auch Alkohol und das nun legalisierte Cannabisrauchen!“ Neben legalen Drogen wächst das Angebot illegaler Substanzen und immer neuer chemischer Zusammensetzungen. Sie können körperliche Schäden, Realitätsverlust und Wesensveränderungen schon bei einmaligem Konsum auslösen. Leider kommt es auch immer wieder zu Todesfällen beim Konsum von Ecstasy, Kokain oder Heroin. Eltern wird geraten, auf Veränderungen im Verhalten ihrer Kinder zu achten und offen mit ihnen darüber zu sprechen. Dabei können professionelle Beratungsstellen helfen. Jugendliche werden auch im Rahmen des Programms „Gesund aufwachsen im Landkreis Oberhavel“ über Drogen und den Umgang damit aufgeklärt.
Erwachsenen wird die Selbsteinschätzung nach den drei F empfohlen. „Es gilt, sich die Frage zu stellen, ob der Konsum die eigenen Finanzen, Familie und Freunde oder die Fahrtauglichkeit beeinträchtigt. Soweit sollte es gar nicht erst kommen“, sagt Simone Daiber. Im Landkreis Oberhavel bietet ein gut ausgebautes Beratungsnetz Hilfe an. In vielen Betrieben können auch die Beauftragten für das betriebliche Gesundheits- und Wiedereingliederungsmanagement konsultiert werden. In jedem Fall kann eine Vertrauensperson aus dem persönlichen Umfeld helfen.
Hilfe bei Drogenmissbrauch bieten in Oberhavel folgende Beratungsstellen:
Caritas Suchtberatung
- montags von 10.00 bis 13.00 Uhr: Hennigsdorf, Schönwalder Straße 17 h
- montags zwischen 10.00 und 12.00 Uhr: Gransee, Grünstraße 2
- dienstags von 10.00 bis 12.00 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 18.00 Uhr: Oranienburg, Bernauer Straße 39, und nach telefonischer Vereinbarung unter 03301-57450
www.caritas-brandenburg.de/beratung-hilfe/sucht/suchtberatung/
Deutsches Rotes Kreuz Suchtberatung
- mittwochs zwischen 14.00 und 17.00 Uhr: Oranienburg, Albert-Buchmann-Straße 17, Telefon: 03301 3978484
- dienstags von 14.00 bis 17.00 Uhr: Oranienburg, Berliner Straße 104, Telefon: 03301 2009680
- dienstags und donnerstags zwischen 14.00 und 17.00 Uhr: Hennigsdorf, Rathenaustraße 17, Telefon: 03302 801645
- donnerstags von 14.00 bis 16.00 Uhr: Gransee, Koliner Straße 12A, Termine nach telefonischer Vereinbarung unter 0162 1375295
www.drk-mohs.de/angebote/s3/beratungsangebote/drogenberatungsstelle