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Finanzen

Unterhaltsvorschuss

Die Reform des Unterhaltsvorschusses trat am 17.08.2017 rückwirkend zum 01.07.2017 in Kraft.

Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten wurde aufgehoben, und zusätzlich können jetzt Kinder von 12 bis 18 Jahren Unterhaltsvorschussleistungen erhalten.

Damit können Alleinerziehende künftig Unterhaltsvorschussleistungen länger in Anspruch nehmen.

Die Höhe des Vorschusses beträgt

  • für Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren 150 Euro
  • für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren 201 Euro und
  • für Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren 268 Euro.

Erhält das Kind regelmäßig Unterhaltszahlungen vom anderen Elternteil, Einkünfte oder Waisenbezüge, werden diese angerechnet. 

Anspruchsberechtigte können noch bis 30.09.2017 rückwirkend zum 01.07.2017 den Unterhaltsvorschuss nach den neuen gesetzlichen Regelungen beantragen.

Die notwendigen Anträge sind online verfügbar und an den Fachbereich Soziales und Integration zu übermitteln.

Anspruchsvoraussetzungen

Kommt ein unterhaltspflichtiger Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht oder nicht ausreichend (in Höhe des Mindestunterhaltes) nach, wird auf Antrag ein Unterhaltsvorschuss gewährt.

Ihr Kind hat Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen, wenn es

  • 1. das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat
  • 2. in häuslicher Gemeinschaft mit einem seiner Elternteile lebt, der ledig, verwitwet oder geschieden ist, oder von seinem Ehegatten dauernd getrennt lebt
  • 3. und nicht regelmäßig wenigstens in der nach Abschnitt III in Betracht kommenden Höhe Unterhalt von dem anderen Elternteil oder, wenn dieser oder ein Stiefelternteil gestorben ist, Waisenbezüge erhält.

Darüber hinaus hat Ihr Kind bis zum 18. Lebensjahr Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen, wenn

  • 1. es keine Leistungen nach dem SGB II bezieht
  • 2. es durch die Zahlung von Unterhaltsvorschuss nicht mehr
    auf SGB-II-Leistungen angewiesen sein wird oder
  • 3. der alleinerziehende Elternteil ein monatliches Einkommen
    von mindestens 600 Euro brutto hat und nur ergänzend Leistungen nach dem SGB II bezieht.

Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben unter bestimmten Voraussetzungen auch Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn sie in Deutschland leben.

Notwendige Unterlagen

Folgende Unterlagen (falls zutreffend) werden benötigt:

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Personalausweis
  • Vaterschaftsanerkenntnis oder -feststellung
  • Einkommensnachweise, zum Beispiel Unterhaltszahlungen, Halbwaisenrente
  • Meldebescheinigung vom Einwohnermeldeamt für den Familienverbund Vollmachten/Betreuungsvollmachten
  • Schulbescheinigung (ab dem 15. Lebensjahr)
  • Unterhaltstitel (zum Beispiel Urteil, Urkunde über Unterhaltsverpflichtung)
  • Eheurkunde
  • Scheidungsbeschluss
  • Nachweis über das Getrenntleben (zum Beispiel Schreiben vom Finanzamt oder vom Rechtsanwalt)
  • Niederlassungs-/Aufenthaltserlaubnis
  • Sterbeurkunde der/des Unterhaltspflichtigen
  • SGB-II-Bescheid (ab dem zwölften Lebensjahr, einschließlich Berechnungsbogen).